Hanno Behrens und Sandro Sirigu feiern den Aufstieg mit Darmstadt 98
Hanno Behrens (li.) und Sandro Sirigu verstehen sich noch immer bestens. Bild © Imago

Hanno Behrens kehrt am Montag erstmals mit Nürnberg zurück nach Darmstadt. Vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club spricht er über den schmerzhaften Abschied, sein Talent beim Zocken und die Lilien-Hymne.

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Hanno Behrens mit Sonnenbrille und dem Victory-Zeichen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Behrens kann sich Rückkehr zu Darmstadt 98 vorstellen: "Ja klar, warum nicht?"

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Hanno Behrens ist mit dem SV Darmstadt 98 von der 3. Liga bis in die Bundesliga durchmarschiert. Theoretisch. Denn im Moment des größten Triumphes verkündete er im Sommer 2015 seinen Abschied in Richtung Nürnberg. Am Montag kehrt der Club-Kapitän erstmals zurück an seine alte Wirkungsstätte. Im Interview mit dem hr-sport verrät er, worauf er sich am meisten freut.

Herr Behrens, Sie sind jetzt gute zwei Jahre weg aus Darmstadt. Damals haben Sie gesagt: „Das tut mir im Herzen weh.“ Tut’s immer noch weh?

(lacht) Also Schmerzen habe ich keine mehr, aber ich erinnere mich immer noch gerne an die Zeit. Das war etwas ganz Besonderes – mit den Jungs, mit der Mannschaft. Ich habe natürlich auch immer noch viel Kontakt nach Darmstadt, der Abschied ist mir schon schwer gefallen. Damals tat das wirklich weh und nach ein paar Bier sind auch Tränen geflossen. Aber mittlerweile überwiegen die positiven Gefühle und die tollen Erinnerungen.

Was sind denn die schönsten Erinnerungen an Ihre Zeit bei den Lilien?

Zitat
„Das Verhältnis zu den Jungs war einmalig, es sind viele Freundschaften entstanden.“ Zitat von Hanno Behrens
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Das Schönste war auf jeden Fall das Relegationsspiel in Bielefeld mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Das war alleine wegen der Dramaturgie der Wahnsinn. Der Aufstieg in die Bundesliga war natürlich unfassbar. Das Pokalspiel gegen Schalke war toll, mein Tor im Derby gegen Offenbach. Aber auch neben dem Platz gab es viele Sachen: Das Verhältnis zu den Jungs war einmalig, es sind viele Freundschaften entstanden.

Apropos Freundschaften: Lilien-Profi Sandro Sirigu hat uns verraten, dass sie immer noch gegeneinander Online-Spiele zocken. Stimmt das? Was spielen sie und wer ist der Bessere?

Da sind Sie richtig informiert. Wir spielen gegeneinander FIFA und zwei, drei andere Spiele, die nicht so bekannt sind. Der Beste bin natürlich ich, ist ja klar. (lacht)

Mit wem haben Sie außer Sandro Sirigu noch Kontakt? Und wie ist der SMS-Verlauf in der Woche vor dem Topspiel am Montag zwischen Darmstadt und Nürnberg?

Mit Sandro ist der Kontakt noch sehr intensiv. Aber auch mit Tobias Kempe, Fabian Holland oder Teammanger Michael Stegmayer rede ich regelmäßig. Komischerweise sind Frotzelein bislang ausgeblieben, wir haben relativ wenig über die Partie gesprochen. Mit Sandro habe ich ausgemacht, dass wir das Trikot tauschen. Ansonsten ist bis jetzt alles harmonisch, wir freuen uns auf das Duell. Mal schauen, wie es dann ist, wenn wir auf dem Platz stehen.

Etwas Besonderes ist ihre erste Rückkehr ans Böllenfalltor aber schon?

Ja, auf jeden Fall. Das erste Pflichtspiel gegen den Ex-Verein ist schon speziell. Teile meiner Familie wohnen dort in der Nähe und werden im Stadion sein. Ich kenne da viele Leute, das ist schon sehr besonders.

Richten wir kurz den Blick von den Lilien nach Nürnberg. Sie sind beim Club inzwischen Kapitän, haben in dieser Saison schon vier Tore geschossen. Sie können also nicht nur Darmstadt?

Hanno Behrens vom 1. FC Nürnberg
Hanno Behrens ist inzwischen Kapitän beim 1. FC Nürnberg. Bild © Imago

Ich fühle mich hier auch sehr wohl. Die Stadt ist lebenswert, die Sonne scheint oft, in der Mannschaft sind super Typen. Wir passen gut zusammen. In Darmstadt habe ich in der Aufstiegssaison fünfmal getroffen, diese Quote muss ich noch übertreffen. Der Weg zum Surfen an die Ostsee ist natürlich etwas weiter, aber das klappt während der Saison sowieso quasi nie. Von daher bin ich hier rundum zufrieden.

Dazu passt, dass Sie Ihren Vertrag im Sommer bis 2021 verlängert haben. Da wären Sie dann 31. Ist dann noch mal eine Rückkehr nach Darmstadt vorstellbar?

Momentan ist das sicher kein Thema, deswegen habe ich mich ja langfristig an den Club gebunden. Aber irgendwann in der Zukunft. Ja klar, warum nicht? Das wäre sicher eine schöne Sache.

Eine schöne Sache wird sicher auch das Spiel am Montagabend. Was erwarten Sie und worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich erwarte ein sehr enges Spiel mit vielen Emotionen und Zweikämpfen. Das ist in Darmstadt ja traditionell schon immer so. Uns trennt in der Tabelle nur ein Punkt, einen klaren Sieger wird es definitiv nicht geben. Am Schönsten wäre es für mich natürlich, wenn wir am Ende gewinnen. Aber ich freue mich auch auf das Stadion und die Fans – und endlich mal wieder auf die Lilien-Hymne beim Warmmachen.

Das Gespräch führte Ann-Kathrin Rose