Auer Spieler bedrängen den Schiedsrichter
Die Spieler von Erzgebirge Aue sind mit der Leistung des Schiedsrichters nichts einverstanden. Bild © Imago

Ein Tor nicht gegeben, mindestens einen Elfmeter verweigert: Erzgebirge Aue geht offiziell gegen die unglückliche Pleite bei Darmstadt 98 vor. Ein Politiker will zudem Strafanzeige gegen den Schiedsrichter stellen.

Der abstiegsbedrohte Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat beim Deutschen Fußball-Bund Widerspruch gegen die Wertung des Spiels beim SV Darmstadt 98 eingelegt. Das teilte der Verein am Montag in einer Pressemitteilung mit. Als Grund gaben die Sachsen drei eklatante Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks an.

Strafanzeige gegen den Schiedsrichter

Aue hatte die Partie am letzten Spieltag am Sonntag höchst unglücklich mit 0:1 verloren und deshalb den direkten Klassenerhalt verpasst. Die Sachsen müssen nun in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC um den Verbleib in der 2. Liga spielen.

Am Vormittag hatte bereits der Auer Stadtrat Tobias Andrä angekündigt, Strafanzeige gegen den Unparteiischen stellen zu wollen. Referee Storks hatte ein klares Tor von Aue nicht anerkannt und zudem ein klares Handspiel des Darmstädters Felix Platte im Strafraum übersehen.

Der DFB hat Darmstadt 98 die Möglichkeit eingeräumt, bis Dienstag auf den Einspruch zu reagieren. Mit einer Entscheidung vor dem Sportgericht sei bis Mittwoch zu rechnen, hieß es. Auf Nachfrage des hr-sport wollten sich die Lilien nicht äußern.

Romain Bregerie klärt hinter der Linie
Drin, aber kein Tor: Fehlentscheidung. Bild © Imago

"Fairplay mit Füßen getreten"

Im Gegensatz zu den Sachsen: "Diese ganz klar und in aller Welt sichtbaren Fehler dürfen und können wir nicht im Raum stehen lassen und einfach so hinnehmen. Uns wurde ein reguläres Tor nicht anerkannt, zudem wurden uns zwei klare Elfmeter verwehrt", erklärte Aues Präsident Helge Leonhardt im Namen des Vorstandes.

Zugleich betonte er: "Wir haben als Verein eine enorm große Verantwortung unseren Mitgliedern, Sponsoren, unseren Fans, unserer Mannschaft und der breiten Öffentlichkeit gegenüber. Das Fairplay wurde vom Schiedsrichterteam gestern mit Füßen getreten."

Der DFB hat indes am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen Leonhardt eingeleitet, der unmittelbar nach Abpfiff aus der Emotion heraus im MDR Betrug zumindest angedeutet hatte: "Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen, ob die was kriegen. Ich weiß es nicht, aber es riecht ja hier. So ein klares Tor in einem so wichtigen Spiel nicht so geben, das ist schon eine bodenlose Frechheit."

Schiri-Chef gibt Fehler zu

Lutz Michael Fröhlich, der Schiedsrichter-Chef des Deutschen Fußball-Bundes, sagte zu den Auer Vorwürfen: "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich. Verständlich ist der Ärger bei denen, die betroffen sind. Daraus aber den Vorwurf eines Vorsatzes abzuleiten, das ist entschieden zurückzuweisen."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 14.05.18, 23.30 Uhr