Emre Can im Trikot der Nationalmannschaft
Emre Can hofft auf ein Europa-Duell mit Eintracht Frankfurt. Bild © Imago

Der gebürtige Frankfurter Emre Can unterstützt Ex-Nationalspieler Per Mertesacker. Auch er findet: Profifußball ist nicht nur Spaß. Deutlich positivere Worte verliert er über seinen Ex-Verein Eintracht Frankfurt.

Videobeitrag

Video

zum Video Can: "Ich verfolge die Eintracht immer"

Ende des Videobeitrags

Hin und wieder findet Emre Can zwischen all den Spielen in der Premier League und der Champions League Zeit für einen Abstecher in seine Heimatstadt. Der in Frankfurt geborene Nationalspieler des FC Liverpool besucht dann seine zahlreichen Freunde oder die Familie in der Nordweststadt, wo er aufgewachsen ist. Ab und zu schaut er auch bei seinem ersten Verein Blau-Gelb vorbei. "Hier in Frankfurt bin ich zu Hause", sagte Can, der am Montag seine eigene Modekollektion in einem Kaufhaus präsentierte, dem hr-sport.

Weitere Informationen

Can im hr-heimspiel!

Ein ausführliches Interview mit dem Frankfurter Emre Can sehen Sie am Montag ab 23 Uhr im hr-heimspiel!

Ende der weiteren Informationen

Cans Karriere, die ihn inzwischen zu Jürgen Klopp an die Anfield Road verschlagen hat, begann Ende der 90er-Jahre im Frankfurter Niddapark. Dort lernte er das kleine Fußball-Einmaleins, ehe er über das Nachwuchsleitungszentrum von Eintracht Frankfurt im Alter von gerade einmal 15 Jahren zum großen FC Bayern wechselte. In München wurde er Profi, nach einem Jahr bei Bayer Leverkusen war er reif für die Insel und wurde Nationalspieler. Im Sommer fährt er voraussichtlich zu seiner ersten WM. Eine Bilderbuchkarriere.

Can kann Mertesacker verstehen

Mit mittlerweile  24 Jahren ist Can auf der Sonnenseite des Lebens angekommen und lebt den Traum vom Profifußball: üppiges Gehalt, das Hobby zum Beruf gemacht, der Star von tausenden Fans. Dieser Bolzplatz-Traum hat jedoch auch seine Schattenseiten, wie nicht zuletzt Per Mertesacker in einem offenlegte. Der Ex-Nationalspieler, der im Sommer seine Karriere beenden wird, wäre an der hohen Erwartungshaltung einige Male fast zerbrochen. Vor Spielen durchlitt er regelmäßig körperliche Höllenqualen, Ruhe fand er nur während Verletzungspausen. "Ich finde es sehr, sehr gut, dass er darüber gesprochen hat", so Can.

Nachdem vor allem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus die Aussagen Mertesackers kritisierte, zeigt Can vollstes Verständnis für das Geständnis. Seine Meinung: Fußball ist ein knallhartes Geschäft, das durchaus krank machen kann. "Bei mir ist es jetzt zwar nicht so, dass ich vor Spielen Probleme mit Übelkeit habe. Ich komme damit gut zurecht", sagte er. "Aber jeder Mensch ist anders." Die einen verkraften die psychische und körperliche Belastung besser, die anderen schlechter. "Es ist einfach so, dass man jeden dritten Tag liefern muss. Der Druck ist extrem groß."

Ein Eintracht-Fan in Liverpool

Can hat einen Weg gefunden, um mit diesem Druck umzugehen und kann sich deshalb voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Mit dem FC Liverpool steht er derzeit auf Platz vier der Premier League und kämpft um die Champions League. Seinem Ex-Verein Eintracht Frankfurt geht es in der Bundesliga gerade ähnlich. Die Hessen sind Fünfter. "Ich verfolge die Eintracht immer und werde das auch immer tun", so Can, der dem Team von Niko Kovac im Rennen um den europäischen Wettbewerb die Daumen drückt. "Ich hoffe, dass sie international spielen."

Sollten sich Cans Herzensvereine beide für denselben Wettbewerb qualifizieren, könnte es zu einem Duell Gegenwart gegen Vergangenheit kommen. Ein Heimatbesuch inklusive Pflichtspiel – das gab es für Can noch nie. "Das wäre ein super Spiel, wenn wir uns treffen. Ich hoffe sehr, dass das zustandekommt."