Phil Scrubb (li.) und Tai Webster
Wo bitte geht's in die NBA? Phil Scrubb (li.) und Tai Webster spielen in der Summer League für Miami und Washington vor. Bild © Imago

Die Skyliners Frankfurt stehen in der Basketball-Bundesliga vor einem personellen Umbruch. Kapitän Quantez Robertson flirtet mit einem Wechsel. Ein Trio versucht sein Glück in der NBA Summer League. Rückkehr nicht ausgeschlossen.

Drei Dinge sind gewiss im Leben: Der Tod, das Amen in der Kirche und die Steuer. Ungewiss unter anderem: Das Wetter in der kommenden Woche, die Halbwertszeit eines Mettbrötchens im Sommer und das Gesicht der Skyliners Frankfurt in der kommenden Bundesliga-Saison. "Bei uns kann alles passieren", sagt Clubboss Gunnar Wöbke dem hr-sport. Drei Monate vor Saisonstart gleicht der Kader der Hessen einem riesigen Fragezeichen.

Wobei Wöbke betont, dass der Verein die schwierigsten seiner Hausaufgaben, die Chemie-Übung der Kaderplanung sozusagen, bereits erledigt hat: Die deutschen Planstellen sind - bis auf die ungeklärte Zukunft von NBA-Pick Isaac Bonga - vergeben. "Bei den Deutschen haben wir eine extrem hohe Planungssicherheit", freut sich Wöbke. Der Geschäftsführer verweist auf Spieler wie Niklas Kiel, Richard Freudenberg oder Marco Völler, die in die Verantwortung hineinwachsen sollen.

Scrubb und Webster spielen in der Summer League vor

Die schwere Last war im vergangenen Jahr auf andere Schultern verteilt. Zu den Topspielern avancierten bei den Skyliners Guard Phil Scrubb, erfolgreichster Werfer der gesamten Bundesliga, und Aufbauspieler Tai Webster. Beide wollen sich ihren Traum von der NBA erfüllen respektive sich in den Fokus internationaler Clubs spielen. In der Summer League, der Spielwiese für die Stars von morgen, spielt Webster für die Washington Wizards, Scrubb für die Miami Heat. Beide hoffen auf einen Anschlussvertrag, beide haben eine entsprechende Ausstiegsklausel in ihrem Vertrag stehen. Ausgang völlig offen.

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Vargas kommt aus Berlin

Als erster Neuzugang steht Akeem Vargas vom Vizemeister Alba Berlin fest. Der 28 Jahre alte Shooting Guard hat einen Zweijahresvertrag in Frankfurt unterschrieben. "Er ist ein sehr guter Verteidiger und macht viele kleine Dinge, die nicht direkt in der Statistik auftauchen", sagte Skyliners-Head-Coach Gordon Herbert.

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Mit Quantez Robertson könnte ein weiterer Eckpfeiler den Bundesligisten verlassen. Neun Jahre verbrachte der US-Amerikaner in Frankfurt, wurde zum Kapitän und Publikumsliebling. Nun ermöglicht auch ihm eine Klausel, den Verein in diesem Sommer zu verlassen. In Frankfurt würde er in der kommenden Saison weniger verdienen als zuletzt. "Wir würden uns total freuen, wenn er bei uns bleibt und hier seine Karriere beendet", so Wöbke. Gleichwohl könne er verstehen, sollte Robertson ein deutlich lukrativeres Angebot annehmen.

Bonga: LA oder Mainhattan

Bleibt noch Isaac Bonga. 18 Jahre, Supertalent, Aufbauspieler und soeben als jüngster Deutscher aller Zeiten im NBA Draft, der Talentziehung der größten Basketball-Liga der Welt, ausgewählt. Die Rechte am Jung-Nationalspieler besitzen nun die Los Angeles Lakers, für die Bonga auch in der Summer League auf Korbjagd gehen wird. "Wenn er gut spielt, dann holen sie ihn in die NBA", ist sich Wöbke sicher. Und wenn nicht? "Dann spielt er im nächsten Jahr auf jeden Fall bei uns."

Selbst das mögliche Worst-Case-Szenario - der Abgang von Scrubb, Webster, Robertson und Bonga – bereitet dem Skyliners-Boss nach eigener Aussage keine schlaflosen Nächte: "Uns wird nicht bange. Durch den Europacup werden wir ein super interessantes Team für ausländische Spieler sein." Dessen ist sich Wöbke sicher. Damit wären es schon vier Gewissheiten im Leben des Geschäftsführers.