46ers-Head-Coach Ingo Freyer
Ingo Freyer kann die negativen Reaktionen der Fans verstehen. Bild © Imago

Drei Saisonspiele ohne Sieg? Das hat bei Basketball-Bundesligist Gießen 46ers zuletzt für Buhrufe und Schmähgesänge gesorgt. Head-Coach Ingo Freyer hat dafür Verständnis, will aber weder die Pfiffe noch die Niederlagenserie überbewerten.

Fans der Gießen 46ers werfen derzeit nur ungern einen Blick auf die Bundesliga-Tabelle. Mit drei Niederlagen aus drei Spielen rangieren die Mittelhessen auf dem letzten Platz. Bei den Baskets in Bamberg hielten die 46ers gut dagegen (84:87), die anderen beiden Niederlagen waren richtige Klatschen. Bei den Heimspielen gegen Bayern München (53:87) und gegen die Rockets aus Gotha (71:96) hatte der treue Anhang nur wenig Grund zum Jubeln. Im Gegenteil: Beim Spiel gegen den Aufsteiger aus Gotha gab es Schmähgesänge und Pfiffe gegen die eigene Mannschaft.

Zwei erwartbare Pleiten

Ingo Freyer will all das aber nicht zu negativ sehen. Dem Trainer der 46ers bereiten weder der Null-Punkte-Saisonauftakt noch die Unmutsbekundungen der Fans wirklich Magenschmerzen. "Ich habe in anderen Hallen schon oft Pfiffe erlebt", sagte Freyer im Gespräch mit dem hr-sport. "Das finde ich nicht unnormal. Es ist doch gut, dass die Fans Emotionen zeigen. Das ist ihr gutes Recht." Insbesondere nach dem Spiel gegen Gotha habe er dafür Verständnis. Realistisch betrachtet, sei es das einzige Spiel gewesen, bei dem man nicht nur auf einen Überraschungserfolg hoffen konnte.

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„Wir müssen unsere Körpersprache verbessern, unsere Intensität im Spiel.“ Zitat von Ingo Freyer, Head-Coach Gießen 46ers
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"Man muss das Auftaktprogramm sehen: Gegen Bamberg und gegen Bayern konnte man nicht mit einem Sieg rechnen", relativierte Freyer den vermeintlich verpatzten Saisonstart. Mit dem Auftritt gegen die Rockets aus Gotha war aber auch der Coach selbst richtig unzufrieden. Der eine oder andere Spieler müsse sich hinterfragen, ob er wirklich alles für den Club gibt, hatte der 44-Jährige im Anschluss an die zweite Heimpleite der Saison gegrantelt.

Die Körpersprache muss wieder stimmen

Beim Spiel in Ludwigsburg wollen sich die 46ers am Freitag (20.30 Uhr) wieder so präsentieren, wie es die Fans gewohnt sind. "Wir müssen unsere Körpersprache verbessern, unsere Intensität im Spiel", fordert Freyer. Gegen einen solch physischen Gegner wie Ludwigsburg sei das enorm wichtig. Zudem sei damit zu rechnen, dass die Automatismen beim neu zusammengewürfelten Team aus Gießen im Laufe der Saison immer besser greifen und die unnötigen Ballverluste (17,7 pro Partie) weniger werden.

Dass sich das Krankenlager der Mittelhessen gelichtet hat, sollte dem Spiel der 46ers einen weiteren Schub geben. "Wir haben erst diese Woche zum ersten Mal komplett zusammen trainiert", so Freyer. In den ersten drei Spielen schickte der Coach jedes Mal dieselbe "Starting Five" auf den Platz. "Das ist eigentlich ungewöhnlich für mich – und das wird sich ändern." Vielleicht schon am Freitag in Ludwigsburg.