SPD-Parteitag in Wiesbaden
SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel beim SPD-Parteitag in Wiesbaden. Bild © picture-alliance/dpa

SPD-Chef Schäfer-Gümbel ist auf dem Parteitag in Wiesbaden zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gewählt worden. Er will massiv den Wohnungsbau fördern - wenn er Ministerpräsident wird.

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Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ist am Samstag in Wiesbaden zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl gekürt worden. Der 48-Jährige wurde mit 95,76 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt, rund 340 Delegierte waren nach Wiesbaden gekommen.

Mit 100 Prozent Zustimmung wurde das Wahlprogramm von den Delegierten verabschiedet, es soll bei einer erfolgreichen Wahl auch als Regierungsprogramm dienen. Für Schäfer-Gümbel bedeutet das vor allem: Bauen, Bauen, Bauen. Sollte er nach der Landtagswahl im Herbst Ministerpräsident sein, werde er in den ersten 100 Tagen seiner Regierungszeit 100.000 Quadratmeter Bauland zur Verfügung stellen, kündigte Schäfer-Gümbel am Samstag an.

SPD-Chef: Wohnen ist soziale Frage des nächsten Jahrzehnts

Diese Fläche werde nicht an Spekulanten abgegeben, sondern Wohnungsgesellschaften zur Verfügung gestellt. "Wohnen ist die soziale Frage des nächsten Jahrzehnts", betonte der Parteivorsitzende. Die Sorgen der Menschen wegen des fehlenden und nicht bezahlbaren Wohnraums würden nicht durch Sonntagsreden gelöst, sondern mit Baggern, Kränen und Schaufeln. Es sei Zeit, dass die regierende CDU ihren "ewigen Schlaf" in der Opposition fortsetze.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SPD-Parteitag beschließt Programm für die Landtagswahl

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"Ich will ein Hessen, das in den nächsten Jahren baut, baut, baut", sagte Schäfer-Gümbel. Auch über Supermärkten und Parkplätzen wolle er das Bauen anpacken. Er erneuerte das Vorhaben der Sozialdemokraten, ein eigenständiges Ministerium für Bauen und Wohnen zu schaffen. Zudem versprach er deutlich mehr Lehrer und den Ausbau der Ganztagesschulen in Hessen, die Verlagerung von Landesbehörden in den ländlichen Regionen sowie einen Abbau der Verkehrsprobleme mit etlichen Staus und überfüllten Bahnen. Die SPD will auch die Straßebaubeiträge vollständig abschaffen.

Landesliste wird gewählt

SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser hatte die hessischen Sozialdemokraten zuvor auf den Landtagswahlkampf eingeschworen. "Es ist Zeit für einen Wechsel", sagte sie. Der Stillstand in Hessen müsse aufhören. Bei der Aufstellung des Wahlprogramms habe es eine umfangreiche Beteiligung der Mitglieder gegeben.

Bei der Wahl der Landesliste kam Faeser am Samstag mit 96,9 Prozent auf Listenplatz zwei und hatte damit ein besseres Ergebnis als Schäfer-Gümbel. Auf Platz drei folgt mit 93,5 Prozent der Stimmen Günter Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion.

Auf Listenplatz vier und fünf kamen Heike Hofmann und Gernot Grumbach. Hofmann erhielt 94,4 Prozent Zustimmung, sie ist Sprecherin für Rechtspolitik in der Fraktion. Grumbach, Sprecher für Wissenschaftsthemen und Kunst, bekam 85,2 Prozent der Delegierten-Stimmen.

Insgesamt nominierte der Parteitag 152 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Landesliste zur Landtagswahl.