Thorsten Schäfer-Gümbel und Ute Wellstein
Thorsten Schäfer-Gümbel und hr-Landtagskorrespondentin Ute Wellstein beim hr-Sommerinterview. Bild © hr

Auch wenn die SPD in Berlin viele Fehler gemacht habe: Ihr hessischer Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel will im dritten Anlauf Ministerpräsident werden. Im hr-Sommerinterview fordert er Investitionen in die Infrastruktur.

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Trotz der aktuell niedrigen Umfragewerte der SPD hält Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel an seinem Ziel fest, nach der Landtagswahl am 28. Oktober Ministerpräsident von Hessen zu werden. Er sei so gut vorbereitet wie nie zuvor und wolle sich den Alltagsthemen der Menschen widmen, sagte er beim hr-Sommerinterview. Dazu gehören für ihn große Investitionen in die Verkehrswege - er hatte als Ort des Interviews daher die Baustelle der Schiersteiner Autobahnbrücke vorgeschlagen.

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Thorsten Schäfer-Gümbel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schäfer-Gümbel will Ausbau des Schienenverkehrs

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"Das wirklich große Projekt, das wir brauchen, ist ein schienengebundener Ringverkehr um den Großraum Rhein-Main", sagte Schäfer-Gümbel. "Das ist der Standard in vielen Metropolregionen. Hier in Hessen ist da in letzter Zeit nichts vorangegangen, wir diskutieren über Teilstrecken seit Jahrzehnten. Und ich will das ändern, das wird eines der Großprojekte sein, für das ich mich engagieren werde.“

"Unfassbar viele Fehler in Berlin"

Schäfer-Gümbel räumte ein, dass die SPD "unfassbar viele Fehler in Berlin" gemacht habe. "Deswegen werden wir auch grundsätzlichere Fragen klären müssen. Das ist ja das, was wir uns als SPD vorgenommen haben. Ich will offen gestehen: Das geht mir nicht schnell genug."

Die linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" hält der SPD-Chef für ein "verlorenes Projekt". Die Initiatoren Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht seien in der Vergangenheit als Spalter aufgetreten. "Ich glaube, dass sich da nach wie vor ein persönliches politisches Trauma - die eine mit ihrer eigenen Partei, der Linkspartei, der andere mit der Sozialdemokratie - auslebt und austobt." Die Initiative sei für ihn "überhaupt keine Option". "Aufstehen" hat nach eigenen Angaben in den ersten Tagen mehr als 50.000 Unterstützer gewonnen.

Dritter Anlauf auf die Staatskanzlei

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Hessens Spitzenpolitiker in den hr-Sommerinterviews:

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Um seine eigenen Politikvorstellungen umzusetzen, müsste Schäfer-Gümbel jedoch nach der Wahl eine regierungsfähige Mehrheit bilden. Zwei Anläufe sind bereits gescheitert, es ist nun der dritte Versuch, Ministerpräsident zu werden.

Wenn das nicht funktionieren sollte, was wäre ihm lieber - "vierter Anlauf oder Lehrstuhl an der Uni Gießen?", fragte die Leiterin des hr-Landtagsstudios, Ute Wellstein. Sie erntete lautes Lachen: "Ich kann mir eine akademische Karriere ehrlich gesagt nicht vorstellen."

Das komplette Sommerinterview mit Thorsten Schäfer-Gümbel strahlt das hr-fernsehen am Sonntag um 18.15 Uhr aus.