Schwarz-Grün 2.0? Derzeit nur ein frommer Wunsch. Große Koalition? Wegen Häme nur schwer vorstellbar. Vier Monate vor der Wahl zeigt der hr-Hessentrend das Dilemma des Landtags - und die Sorge vor Fraktion Nummer sechs.

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Rund vier Monate vor der Landtagswahl ist die oppositionelle SPD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst deutlich zurückgefallen. Sie käme noch auf 22 Prozent (minus 3 Prozentpunkte). Das ergibt sich aus dem neuen hr-Hessentrend, den Infratest dimap erstellt hat. Die CDU bliebe bei 31 Prozent. Die Grünen verbesserten sich um einen Punkt auf 14 Prozent. Schwarz-Grün hätte demnach keine Mehrheit mehr. Drittstärkste Kraft noch vor den Grünen würde die AfD mit 15 Prozent ( 3). FDP und Linke kämen jeweils auf 7 Prozent.

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Kurios: Als die CDU beim zurückliegenden Hessentrend in Januar 31 Prozent einfuhr, gestand Generalsekretär Manfred Pentz: "Wir sind nicht zufrieden." Ein halbes Jahr später steht die Partei beim selben Wert. Von Missmut ist diesmal aber keine Spur. Die Menschen seien zufrieden mit der Partei, sagte Pentz am Donnerstag: "Die hr-Umfrage bestätigt unseren Kurs." Immerhin räumte er ein, dass es noch etwas zu tun gebe: "Bis zur Landtagswahl im Oktober wollen wir noch zulegen."

Woher kommt die neue Gelassenheit bei der stärksten Kraft im Land? Womöglich ist es der andauernde Sinkflug des größten Konkurrenten. Die SPD ist in der Wählergunst auf 22 Prozent gesunken. Eine Bedrohung scheinen die Sozialdemokraten derzeit nicht zu sein. "Die SPD ist unseriös, macht unser Land schlecht und verspricht jedem alles. Das spüren die Menschen", urteilte die CDU nicht ohne Genugtuung.

Grüne warnen vor Berliner Verhältnissen

Womöglich müssen sich CDU und SPD nach der Landtagswahl im Herbst allerdings zusammenraufen. Denn: Eine Neuauflage der schwarz-grünen Regierungskoalition würde es - Stand jetzt - nicht geben. Ein hauchzarter Anstieg um einen Punkt lässt die Grünen bei nunmehr 14 Prozent stehen. Die Wähler würden Leidenschaft und Vernunft der Partei honorieren, ließen die Spitzenkandidaten Priska Hinz und Tarek Al-Wazir verlauten.

Angesichts des drohenden Abrutschens von der Regierungsbank richtete das Führungsduo zugleich einen Appell an die Wähler: Wer ein gerechtes und weltoffenes Hessen wolle, müsse sich für die Grünen stark machen. "Sonst droht eine große Koalition des kleinsten gemeinsamen Nenners wie in Berlin."

Seehofer-Schelte wegen starker AfD

Hätte die SPD überhaupt Lust auf eine Rolle als Junior-Regierungspartner? Diese Frage stellt sich nach einem erneuten Abrutschen um drei Punkte vorerst nicht. Bei der Ursachenforschung für das schlechte Abschneiden ist Generalsekretärin Nancy Faeser auf Bundesebene fündig geworden.

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Wegen des von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufs Neue befeuerten Streits um die Asylpolitik rede alle Welt nur noch über das alles überlagernde Thema der AfD, so Faeser. Dabei kämen immer weniger Menschen nach Deutschland.

Ähnlich äußerten sich auch die anderen Fraktionen: Grüne und FDP nannten Seehofers Vorgehen unverantwortlich und ein Konjunkturprogramm für die AfD. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler sprach von absurden Vorgängen und forderte eine Rückkehr zu den Fakten.

Linke zufrieden, FDP flirtet mit Regierungsbank

Linke und FDP würden den Sechs-Fraktionen-Landtag der Umfrage zufolge komplettieren. Beide kämen auf sieben Prozent der Stimmen, beide sehen darin eine Bestätigung ihrer Politik. "Viele Menschen wünschen sich eine laute Stimme für soziale Gerechtigkeit", sagte Linken-Landeschef Jan Schalauske.

FDP-Fraktionschef René Rock betonte, die Liberalen stünden für Stabilität und Vernunft in Hessen und könnten das auch in einer künftigen Regierungskoalition beweisen. Schwarz-Grün bezeichnete er mit Blick auf die Zahlen als "gescheitertes politisches Projekt".

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