Ein leeres Klassenzimmer in einer Schule.
Die Klassenzimmer bleiben einstweilen leer. Bild © picture-alliance/dpa

Für Hunderte Schüler im Schwalm-Eder-Kreis endet das Schuljahr aufregend. Zwei Schulen in Neukirchen sind einsturzgefährdet und mussten komplett oder in großen Teilen geschlossen werden.

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Eine Grundschule und eine Integrierte Gesamtschule in Neukirchen (Schwalm-Eder) sind seit Donnerstag wegen Statikmängeln an den Gebäuden geschlossen. Die Häuser sollten energetisch saniert werden, dabei seien die Schäden aufgefallen, teilte ein Sprecher des Kreises mit. Man sei nach dem Motto vorgegangen: "Da könnte Gefahr im Verzug sein, also lieber schließen." In Abstimmung mit Behörden und Schulleitungen habe man vereinbart, dass in den betroffenen Gebäuden kein Unterricht mehr stattfinde.

Betroffen sind rund 600 Schüler an der Astrid-Lindgren-Grundschule und der Steinwald-Gesamtschule. Die Grundschule ist komplett, die Integrierte Gesamtschule mit einzelnen Gebäuden betroffen. Die Gebäude stammen beide aus den 60er-Jahren.

Abschlussfeiern und Aktionswoche finden statt

Der Unterricht für 196 Grundschüler fällt diese Woche aus. Zunächst war die Rede davon, dass die Grundschüler bereits in die Sommerferien starten könnten. Nun steht fest: Ab der kommenden Woche werden sie an einem anderen Standort unterrichtet.

Wie die Integrierte Gesamtschule mitteilte, fällt dort der Unterricht für die 430 Schüler am Donnerstag und Freitag aus. Die Schäden sollen zunächst untersucht und dann korrigiert werden, sagte der Kreis-Sprecher.

Die Abschlussfeiern der 9. und 10. Klasse, die am Freitag stattfinden, sind von der Schulschließung nicht betroffen. Sie finden in einem anderen Gebäudeteil statt. Die Schule hat zudem eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder eingerichtet, die nicht zu Hause bleiben können. Die Projekttage, die für die letzte Schulwoche geplant sind, sollen stattfinden.

Gewerkschaft fordert Investitionen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagierte besorgt auf die Schließung der einsturzgefährdeten Schulgebäude und forderte, die Schulbauinvestitionen in Hessen dauerhaft zu erhöhen. Schon vor einem Jahr habe die GEW die Landesregierung aufgefordert, den Investitionsbedarf an hessischen Schulen zu ermitteln, sagte GEW-Hessen-Chefin Birgit Koch. Passiert sei dies aber bis heute nicht.

Auch die Linksfraktion im Landtag spricht von einem jahrelangen Investitionsstau, der seine Spuren hinterlassen habe. Die beiden Fälle im Schwalm-Eder-Kreis zeigten, "wie dringend in die Schulgebäudesanierung ausreichend investiert werden muss". Noch viel dringender sei es allerdings, endlich eine umfassende Bedarfsanalyse in den Städten und Kommunen durchzuführen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Gabi Faulhaber.

Sendung: hr-iNFO, 14.06.2018, 07:00 Uhr