Blick vom Maintower auf den Campus Westend in Frankfurt
Blick auf den Campus Westend der Goethe-Uni in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Nach mehreren Sexualstraftaten in der Nähe der Frankfurter Universität sucht die Polizei nun zwei verschiedene Verdächtige. Zunächst waren die Ermittler von einem Einzeltäter ausgegangen.

Vier sexuell motivierte Übergriffe auf Frauen wurden der Polizei zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 in der Nähe des Frankfurter Uni-Campus im Westend gemeldet. Nun vermuten die Ermittler: Bei den Tätern handelt es sich um zwei verschiedene Männer. Das teilte die Polizei am Montag mit. Als der Fall am Wochenende bekannt wurde, waren die Beamten noch von einem Täter ausgegangen.

Es werde in drei Fällen wegen sexueller Übergriffe und in einem Fall wegen sexueller Belästigung ermittelt, hieß es in einer Mitteilung. Es handele sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit um zwei unterschiedliche Täter". Die Polizei sucht wegen der drei Übergriffe nach einem schlanken Mann, der 25 bis 35 Jahre alt sein soll. Im Fall der Belästigung wird nach einem dicklichen Mann zwischen 40 und 50 Jahren gesucht.

Studentin bei Sturz schwer verletzt

Anfang Oktober, Ende Dezember und Anfang Januar wurden laut Polizei jeweils gegen Mitternacht in der Nähe der Siolistraße Frauen angegriffen. Der Täter habe versucht, sie in ein Gebüsch zu zerren. Im ersten Fall musste eine 23 Jahre alte Studentin den Täter sexuell befriedigen, bevor sie fliehen konnte. Im zweiten Fall schlug eine 37 Jahre alte Anwohnerin den Unbekannten zu Boden und konnte fliehen. In dem dritten Fall ließ der Täter von einer 23 Jahre alten Studentin ab, als sie schrie und sich wehrte.

Ende Januar kam es laut Polizei zu einer sexuellen Belästigung am Theodor-W.-Adorno-Platz. Eine 22 Jahre alte Studentin wurde von einem Unbekannten von hinten an der Schulter gegriffen, während dieser masturbierte. Auf der Flucht sei die Frau gestürzt und habe sich dabei schwer verletzt. Weitere Opfer hätten sich bisher nicht gemeldet.

Uni bietet Begleitservice an

Die Goethe-Universität wurde nach dem bis dato letzten bekannten Vorfall von Studenten über die Angriffe informiert. Uni-Präsidentin Birgitta Wolf verschickte daraufhin am vergangenen Freitag einen Warnbrief per E-Mail an alle Mitarbeiter und Studierenden, in dem sie auf die Vorfälle hinweist, zu erhöhter Vorsicht aufruft und einen 24-Stunden-Begleitservice anbietet. Dieser Service bringe Studenten und Mitarbeiter sicher zu Gebäuden, Fahrzeugen oder den Ausgängen des Campus.

In der gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Universität hieß es am Montag, dass es zunächst keine öffentlichen Informationen auf dem Campus gegeben habe, um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden und Täterwissen nicht frühzeitig preiszugeben.

Weitere Informationen

Info-Brief (Auszug)

"Um Ihre persönliche Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt es sich, besonders in den Abend- und Nachtstunden auf dem Campusgelände die Hauptwege zu benutzen, die stärker ausgeleuchtet sind als die Nebenwege. Auch in Gruppen sind sie vor möglichen Übergriffen besser geschützt."

Telefon Begleitservice Uni-Gelände: 069-798 32250 (Eine Stunde vor Bedarf anrufen)

Birgitta Wolff, Uni-Präsidentin, Info-Brief an Studenten und Mitarbeiter

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 05.02.2018, 16.00 Uhr