Einen Namen hat der gesuchte Riesen-Wels aus einem Offenbacher Weiher inzwischen, nun fehlt noch eine neue Heimat. Erst wollte die Stadt den gefräßigen Fisch töten lassen - nun zeichnet sich eine unblutige Lösung ab.

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Der Dreieichpark und ein Wels.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Offenbach rätselt: Wohin mit Walli, dem Wels?

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Neue Hoffnung für den hungrigen Wels in einem Offenbacher Weiher, den die Stadt inzwischen "Walli" getauft hat. Zunächst hatte die Verwaltung angekündigt, das Tier, das seit einigen Monaten im Teich im Dreieichpark sein Unwesen treibt, von Berufsfischern aus dem Wasser ziehen zu lassen. Denn der Riesenfisch frisst neben anderen Fische auch Enten- und Teichhuhnküken auf.

Eine Woche später prüft die Stadt aber immer noch, wie das Tier gefangen werden soll. Immer wieder melden sich Angler bei der Stadt, die Hilfe anbieten, aber nicht immer verfügen sie über ausreichend Erfahrung oder den richtigen Fischereischein. Unklar sei außerdem noch, was dann mit "Walli" passiert, sagt Sprecherin Kerstin Holzheimer am Freitag. Sie hoffe auf eine Entscheidung im Laufe der kommenden Woche.

Es ist zu warm für die Elektrofischerei

Mehrere private Teichbesitzer hätten der Stadt inzwischen Angebote unterbreitet, den Wels aufzunehmen. Die Stadt müsse nun prüfen, dass es keine Fließgewässer sind, der Teich groß genug und artgerecht ist, sagte Holzheimer. Der 2.500 Quadratmeter große Weiher im Dreieichpark Offenbach sei jedenfalls zu klein.

Eine mögliche Methode, das Tier zu fangen, sei die Elektro-Fischerei, sagte Holzeimer. Doch je wärmer das Wasser ist, desto schwieriger lasse sich die Wirkung des Stroms vorhersagen. Andere Lebewesen könnten verletzt oder der Wels nicht ausreichend betäubt werden. "Das Wichtigste ist, dass das Tier nicht unnötig leiden muss", sagte Holzeimer.

In den Main darf er nicht

Tierschützer fordern, das Tier im Main auszusetzen - aber das ist mit der hessischen Fischereiordnung nicht vereinbar. Denn der Wels stammt aus dem Donauraum und darf nicht in hiesigen Fließgewässern ausgesetzt werden.

Gute Nachrichten gibt es derweil auch für die noch verbliebenen, artgeschützten Küken im Teich. So lange sie in der Nähe des Ufers bleiben, ist es für den inzwischen 1,50 Meter langen Fisch schwierig, sie zu jagen. Zuletzt habe sich der "Problemwels" aber ohnehin auf dem Grund im Morast versteckt.