Ermittler untersuchen die Brandreste.
Ermittler untersuchen die Brandreste. Bild © Weselowski (hr), Michael Seeboth (hr)

Wieder ein Großbrand in Frankfurt: Ein Feuer hat eine Waldorf-Kita zerstört. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und untersucht, ob ein Zusammenhang zu anderen Bränden wie dem des Goetheturms besteht.

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Nach dem Brand in einer Waldorf-Kindertagesstätte im Frankfurter Stadtteil Dornbusch ermittelt die Polizei wegen schwerer Brandstiftung. Dort war in der Nacht auf Montag Feuer ausgebrochen. Die zum größten Teil aus Holz gebaute Kita wurde dabei weitgehend zerstört. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 1,5 Millionen Euro.

80 Kinder betroffen

Gegen 3.15 Uhr rückte die Feuerwehr aus. Bei Ankunft der Einsatzkräfte schlugen lichterloh Flammen aus den Fenstern. Noch am Morgen waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, Glutnester zu löschen. Menschen wurden nicht verletzt. Die Kita gehört zur Waldorfschule, die sich auf dem gleichen Gelände am Sinai-Park befindet.

80 Kinder können jetzt nicht mehr in ihre angestammte Einrichtung gehen. Sie sollen nun auf Kindertagesstätten in der Umgebung verteilt werden. Diese hätten am Montag gleich ihre Hilfe angeboten, teilte die Waldorfschule mit, die selbst ab kommender Woche den Kindergartenbetrieb in ihrem Gebäude unterbringen will.

Der Unterricht fiel am Montag aus und soll am Dienstag wieder losgehen, wenn alle Versorgungsleitungen wiederhergestellt sind.

Wieder brennt ein Gebäude aus Holz

Ein Feuerwehrmann im Einsatz vor der brennenden Kita
Ein Feuerwehrmann im Einsatz vor der brennenden Kita Bild © hr

Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar. Die Ermittlungen liefen an. Mit Ergebnissen sei erst in einigen Tagen oder Wochen zu rechnen, sagte eine Sprecherin. Unklar sei auch, ob es einen Zusammenhang zu früheren Feuern gibt.

Gleichwohl erinnern die Umstände - ein Gebäude aus Holz, Ausbruch des Brands gegen 3 Uhr - an mehrere Brände in Frankfurt und Umgebung in jüngster Zeit: Vor eineinhalb Wochen ging das beliebte Ausflugsziel Goetheturm im Stadtwald in Flammen auf. Im Frühsommer brannten der chinesische Pavillon im Bethmannpark und der koreanische Morgentau-Pavillon im Grüneburgpark ab. Im Juli zerstörte ein Feuer den Aussichtsturm auf dem Atzelberg bei Kelkheim (Main-Taunus).

Zwei Straßen unter Wasser

Zu "erheblichen Problemen" kam es laut Polizei durch zwei Wasserrohrbrüche aufgrund der hohen Menge an Löschwasser, die benötigt wurde. Die Friedlebenstraße vor der Kita und die angrenzende Heussenstammstraße waren überschwemmt und nicht mehr befahrbar. Anwohner mussten ihre Autos umparken. Eine undichte Stelle wurde am Morgen gestopft, die zweite sollte am Montagnachmittag folgen.

Aufgrund der Löscharbeiten kam es zu zwei Rohrbrüchen.
Aufgrund der Löscharbeiten kam es zu zwei Rohrbrüchen. Bild © Michael Seeboth (hr)

Eine Sprecherin des Versorgungsunternehmens Mainova betonte, es sei jedoch nicht klar, dass die Löscharbeiten die Lecks in den Rohren verursacht hätten. Allerdings hätten sie sich zur gleichen Zeit aufgetan. Jedoch sei so etwas bislang nicht vorgekommen. Rohrbrüche gebe es immer wieder, das sei bei einem Netz aus 14.000 Kilometern Leitungen normal.