DHL-Paketbote im Einsatz
Die Sorge vor dem DHL-Erpresser lässt auch in Hessen die Angst wachsen. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Fund einer Paketbombe in Potsdam haben am Dienstag auch in Hessen verdächtige DHL-Päckchen für Alarm gesorgt. In Darmstadt wurden Teile der Innenstadt abgesperrt, in Karben rückten LKA-Spezialisten in ein Reihenhaus vor.

Für eine gute halbe Stunde herrschte am Dienstagmittag Aufregung in der Darmstädter Innenstadt. Anwohner hatten in einer Hofeinfahrt in der Bismarckstraße ein herrenloses DHL-Paket entdeckt und die Polizei verständigt. Name und Adresse auf dem Päckchen waren den Nachbarn nicht bekannt.

Die Beamten rückten an und sperrten den Bereich in Höhe des Willy-Brandt-Platzes weiträumig ab. Ein von Kindern stark genutzter Schulweg in unmittelbarer Nähe des Fundorts habe den Ausschlag für die Straßensperrung gegeben, sagte ein Polizeisprecher zu readitnow.info. Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Zusteller verwechselte Straßennamen

Vor Ort inspizierte zunächst ein Sprengstoffspürhund das verdächtige Päckchen - ohne anzuschlagen. Nachdem die Einsatzkräfte schließlich noch mit dem angegebenen Absender und Empfänger des Pakets Kontakt aufgenommen hatten und sich über die Rechtmäßigkeit der Lieferung rückversicherten, konnte Entwarnung gegeben werden. Gegen 13 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben.

Das falsch abgelegte Päckchen erwies sich als harmlose Büchersendung. "Offenbar hatte der Zusteller in der Eile die Straßennamen verwechselt, die beide mit B anfingen", sagte der Polizeisprecher. Die Empfängerin holte ihre drei Bücher später auf dem Revier ab.

Weitere Fälle in Karben und Marburg

Der Fall ist nur einer von zahlreichen Fehlalarmen, die nach dem Fund einer Paketbombe am vergangenen Freitag bei einer Apotheke in Potsdam hessen- und bundesweit eingegangen sind. . "Uns ist klar, dass die Leute wegen der Vorkommnisse sensibilisiert sind", erklärte der Darmstädter Polizeisprecher. Man müsse jeden einzelnen Fall ernst nehmen.

So wurde am Dienstag auch in Karben (Wetterau) ein vermeintlicher Bombenalarm untersucht. Die Bewohnerin eines Reihenhauses hatte ein Paket entgegengenommen, das sie nicht zuordnen konnte. Zwei Häuser wurden daraufhin evakuiert. Erst Spezialisten des Landeskriminalamts gaben gegen 18.40 Uhr nach einem mehr als dreistündigen Einsatz Entwarnung. In dem fraglichen Päckchen befanden sich Tabletten. Die Bewohnerin hatte deren Bestellung schlicht vergessen.

Ein weiterer Vorfall in einer Marburger Klinik konnte ebenfalls am Dienstag schnell als harmlos eingestuft werden. "Die Thematik wird uns jetzt noch eine Weile beschäftigen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen mit Blick auf die besonders zahlreichen Paketlieferungen in der Vorweihnachtszeit.