Ein Feuerwehrmann richtet eine Notleitung für Trinkwasser in Kelkheim ein.
Ein Feuerwehrmann richtet eine Notleitung für Trinkwasser in Kelkheim ein. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Kelkheim im Taunus wird über eine Notleitung mit Trinkwasser versorgt. Auch in anderen Taunusstädten wird das Wasser knapp. Die Städte reagieren mit Verboten.

Videobeitrag

Video

zum Video Feuerwehr bekämpft Wassermangel in Kelkheim

Ende des Videobeitrags

Durch die anhaltende Trockenheit ist in zwei Taunus-Gemeinden das Trinkwasser knapp geworden. In den Kelkheimer Ortsteilen Ruppertshain und Eppenhain seien die Brunnen fast erschöpft, teilte der Magistrat am Montag mit.

In der Nacht zum Montag sei daher eine Notleitung über Feuerwehrschläuche eingerichtet worden. 110 Kubikmeter Wasser stünden vorerst als Reserve in einem Hochbehälter zur Verfügung.

Blumen gießen verboten

Um Wasser zu sparen und die Brunnen zu entlasten, sollten die rund 3.500 Einwohner darauf verzichten, ihre Gärten zu bewässern, private Pools zu befüllen und Autos zu waschen.

"Erfreulicherweise hat unser Appell zu einer deutlichen Reduzierung des Wasserverbrauchs geführt", teilte Bürgermeister Albrecht Kündiger (Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative) mit. Das Verbot sei damit aber noch nicht aufgehoben, da die Brunnenstände immer noch sinken.

Kelkheim nicht am Trinkwassernetz

Laut dem hessischen Umweltministerium ist Kelkheim bisher die einzige hessische Stadt mit einem solchen Notstand, was daran liege, dass die Stadt nicht an das allgemeine Trinkwassernetz angeschlossen sei, sondern sich selbst versorge.

Für Städte, die ihr Wasser nicht selbst gewinnen, werde auch keine Trinkwasserknappheit befürchtet.

Auch Probleme in Kronberg und Königstein

Zum Wassersparen rufen aber auch andere Taunusstädte auf. Im zehn Kilometer entfernten Kronberg (Hochtaunus) sieht die Lage ebenfalls nicht gut aus: "Wir müssen den Leuten das Wasser nicht abdrehen, aber wir geraten schon in Handlungsnot", sagte Thomas Schäfer von den Stadtwerken Kronberg am Montag. Alle Einwohner von Kronberg sind nach Angaben der Stadt dazu verpflichtet, auf Gartenbewässerung und Autoputzen zu verzichten.

Am Sonntag habe die Feuerwehr mit Lautsprechern zum Wassersparen aufgerufen, sagte Schäfer. 50 Prozent des Trinkwassers in Kronberg stamme aus Eigengewinnung. Dieses Wasser kommt aus Stollen und Schürfungen und sei extrem vom Regenwasser abhängig. Wegen der anhaltenden Dürre sei dieser Speicher fast leer. Die andere Hälfte stammt aus Zukäufen von der größten Wasserbeschaffungsgesellschaft Hessenwasser. Das Verbot für die 18.500 Einwohner gelte sicherlich noch zwei Monate, sagte Schäfer.

Auch die nahe gelegene Stadt Königstein (Hochtaunus), leidet unter Wasserarmut: Der Normalverbrauch ein Königstein liege bei 2.500 Kubikmeter pro Tag, derzeit seien es 4.500 Kubikmeter, . Um die Trinkwasserversorgung weiterhin zu gewährleisten, sei es deswegen dringen nötig, das Bewässern von Gärten und Grünanlagen zu unterlassen.

Tankwagen im Vogelsberg

Die Vogelsberg-Gemeinde Ulrichstein wird bereits seit Wochen mit Tanklastern voller Wasser beliefert. Wegen der Dürre liefern die benachbarten Schürfquellen nicht genug Wasser.

Bürgermeister Edwin Schneider wandte sich im Juli mit einer Wutmail an die Stadt Frankfurt und machte Hessens größte Stadt mitverantwortlich für die Situation in seiner Kommune. Frankfurt bezieht sein Trinkwasser unter anderem aus dem Vogelsberg.

Videobeitrag

Video

zum Video Wasserknappheit in Ulrichstein

Ende des Videobeitrags