Am Montag ist die Straße vor einem Hotel nahe des Rheinufers von Oestrich-Winkel überschwemmt.
Am Montag ist die Straße vor einem Hotel nahe des Rheinufers von Oestrich-Winkel noch überschwemmt – doch das Wasser geht zurück. Bild © picture-alliance/dpa

Die Hochwasserlage an Rhein und Main in Hessen hat sich am Montag zunehmend entspannt. Ab Dienstag werden neue Regenfälle erwartet.

In den hessischen Hochwassergebieten hat sich zum Wochenbeginn die Situation weitgehend entspannt. Vor allem am Main und an der Lahn bei Gießen sanken die Pegelstände. Auch am Rhein ging der Wasserstand stellenweise zurück. Bei Oestrich im Rheingau lag der Rhein-Pegel am Montag um 11 Uhr bei 4,93 Metern. In der Nacht hatte er noch bei 4,96 Metern gelegen, wie das meldete. Auch zwischen Mainz und Wiesbaden ist der Pegelstand leicht gesunken und stand nach Angaben des Hochwassermeldezentrums um 11 Uhr bei 6,35 Metern - am Sonntagabend gegen 23 Uhr hatte er noch bei 6,39 Metern gelegen.

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An der Lahn soll der Wasserstand in wenigen Tagen wieder auf Normalniveau zurückgehen. Ein erneuter Anstieg ist laut Regierungspräsidium Gießen nicht abzusehen. Nach steigenden Pegelständen am Sonntag werde auch an Main, Fulda und Werra von Montag an mit wieder sinkenden Pegelständen gerechnet.

Ab Dienstag wieder Regen

Zwar soll es ab Dienstag wieder regnen, doch mit einer neuen Hochwasserwelle ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zunächst nicht zu rechnen. "Wir erwarten keine großen Mengen an Regen", sagte ein DWD-Meteorologe am Montag in Offenbach. Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch würden innerhalb von 24 Stunden lediglich ein bis fünf Liter Regen pro Quadratmeter erwartet - dies habe keinen großen Effekt, sagte der Wetterkundler.

"Nach derzeitigen Modellrechnungen werden die Wasserstände an den hessischen Gewässern weiter sinken", prognostizierte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden.

Weiter gesperrte Straßen

Verkehrsbehinderungen gibt es aufgrund des Hochwassers nach wie vor. So ist die ufernahe B42 zwischen Geisenheim und Oestrich seit Samstag in beiden Richtungen wegen Hochwassers gesperrt. Auch auf der B42 zwischen Rüdesheim und Lorch werden Autofahrer umgeleitet. In Oestrich-Winkel sind außerdem die Rheinallee und der Rheinweg gesperrt.

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Der Schiffsverkehr wurde vielerorts am Rhein eingestellt. Auch die Mainfähre Seligenstadt-Karlstein ist wegen Hochwassers außer Betrieb, ebenso wie die Fähre Rumpenheim-Bischofsheim im Main-Kinzig-Kreis.

Pumpen schaffen 18.000 Liter Wasser pro Minute

Anwohner im Rheingau stapelten zum Schutz vor dem Hochwasser auf ihren Grundstücken Sandsäcke. In Eltville wurden am Wochenende Parkplätze und ein Campingplatz im Stadtteil Hattenheim geräumt. In Walluf steht ein Sportplatz unter Wasser.

Und plötzlich ist da der auf dem Spielplatz.

Im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim versuchte die Feuerwehr am Sonntag, einen Wassereinbruch in eine Garage am Mainufer zu verhindern. Die Einsatzkräfte in der Landeshauptstadt hatten bereits am Samstag begonnen, sich mit Schutzwänden und Pumpen auf das Hochwasser vorzubereiten.

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An der Mündung des Lindenbachs in Schierstein wurden am Sonntag zwei Pumpen in Betrieb genommen. Sie pumpen 18.000 Liter Wasser in der Minute. Damit sollen ein Rückstau des Baches und eine Überflutung jenseits der Hochwasserschutzwände verhindert werden.

Höchstmarken in Köln und Düsseldorf erwartet

Während in Hessen mit einer Entspannung der Lage gerechnet wird, werden entlang des Rheins in Köln und Düsseldorf Höchstmarken erwartet. In Köln lag die Marke um 5 Uhr morgens bei 8,71 Metern, wie das Hochwassermeldezentrum Rhein angab. Im Laufe des Tages werden knapp 9 Meter erwartet, in Düsseldorf kletterte das Wasser den Angaben zufolge auf 8,18 Meter und soll noch weiter auf 8,30 Meter steigen.

Sendung: hr-iNFO, 8.1.2018, 6.00 Uhr