Grippekranke im Bett (Symbolfoto)
Noch hat die Grippewelle in Hessen ihren Höhepunkt nicht erreicht. Bild © picture-alliance/dpa

Gliederschmerzen, Fieber, extreme Schlappheit: Viele Hessen liegen derzeit mit Grippe im Bett. Das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Derweil wird es in den Krankenhäusern eng.

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Die Grippewelle rollt durch Hessen und ein Ende ist noch nicht absehbar. "Die Grippeaktivität in ganz Hessen ist sehr hoch, und wir sind noch auf dem aufsteigenden Ast", sagt Udo Götsch vom Gesundheitsamt Frankfurt am Freitag. Gemessen an den Zahlen sei die Grippewelle in diesem Jahr deutlich heftiger als 2017. Sechs Menschen starben seit Jahresbeginn hessenweit infolge einer Grippe-Erkrankung.

Sprunghafter Anstieg zur Vorwoche

Allein in Frankfurt gab es zwischen Montag und Freitag 346 Grippemeldungen, die im Labor geprüft und bestätigt wurden. Das ist ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche, als es noch 200 Meldungen waren. Mit 67 Prozent kommen Viren der Yamagata-B-Linie derzeit besonders häufig vor. Am stärksten betroffen sind nach Angaben des Gesundheitsamtes Kinder.

Darmstadt registrierte in dieser Woche 105 Grippe-Fälle, in Kassel wurden bis Freitag 111 Erkrankte gemeldet. Tatsächlich handelt es sich in allen Städten wohl um deutlich höhere Zahlen, die aber nicht erfasst werden können. "Da uns nur die labortechnisch bestätigten Fälle übermittelt werden und die Arztpraxen nur in einigen Fällen den Erreger bestimmen lassen, kann die tatsächliche Erkrankungsrate nur annähernd geschätzt werden", sagt ein Sprecher des Gesundheitsamtes Darmstadt.

Stationen für Innere Medizin bis auf das letzte Bett belegt

Dass die Zahlen der Grippekranken sehr hoch sind, lässt sich auch an der Belegung der Krankenhäuser ablesen. In Frankfurt werde es "eng", gehe aber noch gerade so.

Anders am Klinikum Darmstadt: "Das Klinikum ist derzeit absolut belegt, bis aufs letzte Bett, auch aufgrund der Grippe", sagt Pflegedirektorin Annette Hofmann. Zeitgleich sei Anfang der Woche auch der Krankenstand unter den Mitarbeitern besonders hoch gewesen, dies habe sich im Laufe der Woche aber wieder etwas normalisiert.

Auch in Kassel sind die Abteilungen der inneren Medizin wegen der Grippewelle voll belegt, neue Patienten werden nur noch über die Leitstelle zugewiesen. "Die Tendenz ist steigend, die Krankenhäuser werden zunehmend von Grippekranken in Anspruch genommen", sagt der stellvertretende Gesundheitsamtsleiter Markus Schimmelpfennig.

Grippeimpfung
Grippeimpfung ist auch noch sinnvoll, wenn die Grippewelle schon rollt. Bild © picture-alliance/dpa

Schnell noch Impfen ist sinnvoll - und Händewaschen

Derzeit steuert die Grippewelle auf ihren Höhepunkt zu, bislang sind die Zahlen von Woche zu Woche nur gestiegen. Grippe ist eine typische Winterkrankheit, was daran liegt, dass die Viren über Tröpfchen und Schmier übertragen werden und die Menschen sich im Winter deutlich mehr in geschlossenen Räumen und enger beieinander aufhalten. Auch breiten sich Grippeviren bei trockener und kalter Luft schneller aus.

Wer noch nicht geimpft ist, sollte das nach Meinung der Ärzte noch in Erwägung ziehen, auch wenn der Impfschutz zwei Wochen braucht, bis er ausgebildet ist. Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt für Risikopatienten eine so genannte Vierfach-Imfpung. "Wir sind noch mittendrin. Impfungen sind auch jetzt noch sinnvoll. Man sollte es nur bald tun und nicht mehr allzu lange warten", sagt Udo Götsch vom Gesundheitsamt Frankfurt. Zur eigenen Sicherheit sollte man sich von hustenden und niesenden Menschen fernhalten und regelmäßig die Hände mit Seife waschen. Das bringe schon sehr viel.

Erfahrungen aus den vergangenen Jahren legen nahe, dass die Grippewelle noch bis etwa Ende April andauern aber bis dahin deutlich an Fahrt verlieren wird.

Weitere Informationen

Influenza

Die echte Grippe (Influenza) unterscheidet sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von einem grippalen Infekt unter anderem durch plötzlichen Beginn, Fieber und ein deutliches Krankheitsgefühl. Sie kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen.

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