Tierpark Fasanerie Groß-Gerau
Hängebauchschweine in der Fasanerie Bild © Tierpark Fasanerie Groß-Gerau

Wie geht es mit dem Tierpark Fasanerie in Groß-Gerau und seinen rund 500 Tieren weiter? Der Landkreis hält den Betreiberverein für zu unzuverlässilig. Der Bürgermeister hofft auf den Fortbestand des Mini-Zoos.

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Nach einer abgelehnten Genehmigung durch die Kreisverwaltung ist noch offen, wie es für den Tiergarten Fasanerie in Groß-Gerau weitergeht. Die Entscheidung des Kreises Groß-Gerau sei noch nicht rechtskräftig, zudem sei nun das Regierungspräsidium am Zug, sagte ein Sprecher des Kreises am Freitag.

Die Kreisverwaltung hatte am Tag zuvor mitgeteilt, dass der Betreiberverein nicht mehr als zuverlässig gelte. Dies habe eine Überprüfung des Veterinäramts ergeben.

Damit droht dem Tierpark,den es seit rund 60 Jahren in Groß-Gerau gibt, das Aus. Hintergrund soll dem Kreis zufolge unter anderem sein, dass immer wieder Vorgaben der Behörden etwa zum Tierschutz nicht oder nur schleppend umgesetzt wurden. Die Tiere dürfen laut Veterinäramt nicht mehr zur Schau gestellt werden.

Tiergarten bleibt vorerst geöffnet

Der Vorsitzende des Trägervereins Tiergarten, Stephan Müller, hat gegenüber readitnow.info. die Vorwürfe der Unzuverlässigkeit zurückgewiesen. "Das Veterinäramt macht Auflagen, die kaum zu erfüllen sind", sagte er. Noch Anfang März habe die Behörde der Fasanerie bescheinigt, dass die Tierhaltung in Ordnung ist.

Das Veterinäramt beklagt nach einem , dass Müller seit 2012 immer wieder Unterlagen zu spät eingereicht habe. Müller entgegnet, er habe den Verein im Jahr 2011 in einem desolaten Zustand übernommen.

Müller will gegen den Bescheid vor das Verwaltungsgericht ziehen. Die Fasanerie bleibe vorerst geöffnet. Der Verein müsse aber innerhalb von vier Wochen gegen den Bescheid klagen.

Zu wenig Tierpfleger

Müller räumte ein, dass es ein Personalproblem gebe. Die bisherigen beiden hauptamtlichen Tierpfleger seien wegen Schwangerschaft und Krankheit ausgeschieden, man erwarte aber inzwischen Ersatz. Zudem gebe es viele freiwillige Helfer. Zwei hauptamtliche Tierpfleger pro Tag seien ohnehin zu wenig. Nötig seien eigentlich viereinhalb Stellen. Zwei würden von der Stadt Groß-Gerau finanziert, mehr nicht.

Die Stadt hatte Anfang April eine weitere Förderung in Aussicht gestellt. "Wir haben bauliche Veränderungen immer mit unterstützt", sagte Bürgermeister Walther damals der readitnow. Das werde man in Zukunft auch beibehalten und sei in Abstimmung mit dem Stadtparlament auch zu weiterer Unterstützung bereit. Die Stadt habe ein großes Interesse am Fortbestand der Einrichtung, sagte der Bürgermeister am Freitag. Er hoffte, dass die abgelehnte Erlaubnis zum Zeigen der Tiere eine Entwicklung in Gang setze, um zu einer Lösung zu kommen.

In dem Tiergarten sind rund 500 Tiere zu sehen, vom Shetlandpony bis zum Papagei, heißt es auf der Homepage der Fasanerie. Sie gehörten zu den 75 Arten, die dort gezeigt werden.