In diesem Haus mit sechs Wohnungen in Sinn hat es am Mittwoch gebrannt
Feuerwehreinsatz nach der Explosion in einem Mietshaus in Sinn. Bild © hr

In Limburg steht eine 41-Jährige vor Gericht, weil sie versucht haben soll, ein Mietshaus in die Luft zu sprengen. Dank einer umfassenden Aussage der Angeklagten am ersten Verhandlungstag könnte der Prozess rasch abgeschlossen werden.

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Unter Tränen sagte die dreifache Mutter am Montag vor dem Landgericht Limburg aus. Sie habe sich damals in einer ausweglosen Situation befunden und habe ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass die Gasexplosion solch eine verheerende Wirkung haben würde, erklärte die Frau, und bekräftigte, sie habe niemanden verletzen wollen.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Bei drei Bewohnern des Hauses, die eine Rauchvergiftung erlitten, entschuldigte sie sich. Im Februar hatte die Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Sinn (Lahn-Dill) einen Brand ausgelöst. In der Wohnung der 41-jährigen Angeklagten im ersten Stock fanden die Ermittler eine Gasflasche.

Familiäre und finanzielle Probleme

Als Anlass für ihren Suizidversuch führte die Angeklagte, die nach eigener Aussage als Jugendliche vor dem Bürgerkrieg aus Kroatien nach Deutschland geflohen war, familiäre und finanzielle Probleme an. Ihr Ehemann soll sie jahrelang geschlagen und misshandelt haben.

Am Tag der Explosion sollte ihre Wohnung aufgrund von Mietschulden zwangsgeräumt werden. Sie habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als sich in Abwesenheit der Kinder das Leben zu nehmen. Dazu habe sie die Gasflasche vom Balkon ins Schlafzimmer getragen und das Ventil gelöst. Bei der anschließenden Explosion, die durch das Anschalten des Lichts ausgelöst worden sei, wurde die Einrichtung der Wohnung völlig zerstört.

Die Frau wurde wegen eines gebrochenen Arms, einer Platzwunde am Kopf sowie mehreren Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert

Vermindert schuldfähig

Das Urteil war ursprünglich für Anfang Dezember angekündigt, doch durch die umfassende Aussage der Angeklagten könnte der Prozess deutlich schneller zu Ende gehen. Zudem sei die Frau laut Gericht aufgrund von Depressionen vermindert schuldfähig. Die Angeklagte ist seit der Tat in einer psychatrischen Klinik untergebracht.