Blühende Kirschbäume in Witzenhausen-Wendershausen
Blühende Kirschbäume in Witzenhausen-Wendershausen (Werra-Meißner). Bild © picture-alliance/dpa

Frostiger März? Verregnete Ostern? Alles vergessen, denn diese Woche kommt der Sommer nach Hessen. Er bleibt mindestens bis Freitag. Der April könnte einen Rekord aufstellen.

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"Norbert" heißt das Hoch, das die Hessen in dieser Woche mit der Sonne um die Wette strahlen lassen wird. Während am Montag im Osten noch Schauer durchziehen, setzt die Wetterlage westlich der Linie Kassel-Fulda bereits den Ton für die kommenden Tage: Sonne satt, und es wird immer wärmer.

"Im Wochenverlauf steigen die Temperaturen jeden Tag. Am Montag sind es 21 Grad im Rhein-Main-Gebiet und an der Bergstraße, am Freitag sind dort schon 28 Grad möglich", sagt hr-Meteorologe Tim Staeger. Das heißt: Der April macht in dieser Woche auf Sommer.

Ein träges Hoch bleibt länger

Damit wird es nach Ansicht des Wetterexperten viel zu warm für die Jahreszeit, aber das wird kaum jemanden stören. Woher kommt die warme Luft? "Das Hoch kommt aus Frankreich und ist ein Ableger eines Azoren-Hochs. Es nistet sich östlich von Deutschland ein und schaufelt warme Luft aus Südeuropa zu uns", erläutert Staeger. Weil sich das Hoch nur langsam bewege, bleibe es umso länger über Hessen - womöglich sogar übers Wochenende, aber das vorherzusagen ist jetzt noch zu früh.

Für möglich hält Staeger es auch, dass der April 2018 einer der wärmsten Aprilmonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird. "Bereits jetzt liegt dieser April drei Grad über dem Monatsmittel, und in der zweiten Monatshälfte wird es normalerweise ja wärmer", sagt Staeger. Werde die letzte Aprilwoche ähnlich sonnig wie diese, dann könnte die Abweichung am Ende bei viereinhalb bis fünf Grad über dem Monatsmittel liegen. So warm war es auch im April 2007, 2009 und 2011, den bisherigen Rekordmonaten.

Die Natur holt jetzt schnell auf

Das heißt umgekehrt: Schon seit sieben Jahren war es im April nicht mehr so richtig warm. Man erinnere sich nur an die Frostnächte im vergangenen Jahr, die viele Kirsch- und Apfelblüten erfrieren ließen und den Obstbauern die Ernte verdarben. Die aktuelle Wetterlage hilft der Natur, ihren märzfrostbedingten Rückstand von etwa zwei Wochen rasch aufzuholen. "In den nächsten Tagen wird es noch viel grüner und bunter", verspricht Staeger.