Brennendes Getreidefeld bei Guxhagen
Brennendes Getreidefeld bei Guxhagen Bild © Manfred Koehler

Bullenhitze, Badespaß - und Brandgefahr: Weil es so heiß und viel zu trocken ist, mahnt das Umweltministerium am Wochenende zu besonderer Vorsicht. In Nordhessen standen bereits drei Felder in Flammen.

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Ferien, Wochenende, blauer Himmel und mehr als 30 Grad: aus der Freizeitperspektive das reinste Bilderbuchwetter. Aber die Freude auf die kommenden Sommertage ist nicht ungetrübt. So warnt wegen des anhaltend trockenen und heißen Wetters das Umweltministerium vor Bränden in Wald und Flur.

Brennende Felder in Nord- und Südhessen

Am Samstag brannten bei Kassel bereits drei Getreidefelder. Sowohl in Guxhagen als auch in Fuldabrück und Lohfelden musste die Feuerwehr ausrücken, um die Flammen zu löschen. In allen Fällen führt die Feuerwehr die Brände auf die anhaltende Trockenheit zurück, genaue Erkenntnisse über die Brandursache gibt es jedoch nicht.

Im südhessischen Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) gerieten laut Polizei am Samstag rund 1.000 Quadratmeter Feld und Wiese in Brand. Eine siebenköpfige Gruppe hatte offenbar eine ungesicherte Feuerstelle in der Nähe errichtet, die Flammen griffen auf die trockene Fläche über. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, der Sachschaden ist den Beamten zufolge gering.

Noch mindestens bis Anfang nächster Woche herrscht in hessischen Wäldern flächendeckend mittlere, in Südhessen örtlich sogar hohe Waldbrandgefahr. Vor allem liegengelassene Glasscherben, Zigarettenkippen und Funkenflug beim Grillen seien oft Auslöser für Brände, teilte das Ministerium am Freitag mit. Seit Jahresbeginn kam es zu etwa 30 Waldbränden.

Strahlender Sonnenschein, kaum eine Wolke

Und Grillwetter wartet tatsächlich auf Hessen: Es ist das Hochdruckgebiet Ekkehard, das bis Montag für viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen sorgt. Am Samstag scheint die Sonne bei 22 bis 30 Grad meist ungestört, nur selten ziehen ein paar Wolken durch. Ähnlich sieht es am Sonntag aus: Die hr-Wetterredaktion sagt strahlenden Sonnenschein bei 21 bis 27 Grad voraus. Gleiches gilt auch für Montag und Dienstag.

Wasserknappheit in der Gersprenz

Die Trockenheit wirkt sich auch auf Gewässer aus. In der Gersprenz etwa, die durch die Landkreise Darmstadt-Dieburg und den Odenwaldkreis fließt, wird das Wasser knapp. Die Wasserbehörden warnen vor negativen ökologischen Auswirkungen wie Fischsterben. Bis auf Weiteres sei die Wasserentnahme daher verboten, teilten die Behörden mit.

Unterdessen wird das Wässern in Parks und Gärten gerade besonders wichtig: Viel Beete sind verdächtig dürr und längst nicht jeder Rasen ist satt-grün. Hessens Landwirte müssen Dürreschäden auf ihren Feldern befürchten.

Juni deutlich zu warm

Kein Wunder: Der Juni fiel derweil in Hessen mit einer Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad deutlich zu warm aus. Der Durchschnitt in der Referenzperiode zwischen 1961 und 1990 liegt 2,5 Grad niedriger. Mit 35 Litern pro Quadratmeter gab es zudem nur fast halb so viel Niederschlag wie in der Vergleichsperiode.