Feuerwehrleute üben mit einer Drohne
Darmstädter Feuerwehrmänner mit der neuen Drohne Bild © picture-alliance/dpa

Unbemannte Fluggeräte erobern den zivilen Luftraum – auch in Hessen. Inzwischen setzten schon einige Feuerwehren Drohnen ein. Dafür gibt es mehr als ein Argument.

Drei Kilo schwer, bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell und 4.000 Euro teuer ist das neue Einsatzobjekt der Feuerwehr Darmstadt. Am Samstag hat die Stadt den Brandschützern eine Drohne übergeben. Als fliegendes Auge soll sie bei größeren Bränden, Hochwasser oder Erdbeben Luftaufnahmen machen.

Per Tablet und Steuergerät wird die Drohne vom Boden aus gelenkt. Die Aufnahmen werden dann in Echtzeit an das Tablet geschickt und von dort aus über ein Kabel an den Einsatzleitwagen gesendet, wo sie von Einsatzkräften ausgewertet werden.

Präzise, sicher, günstig

Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) ist von den Vorteilen der Drohne überzeugt: "Die übertragenen Informationen sind dank modernster Technik präziser." Zugleich werde die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht. Feuerwehrchef Johann Braxenthaler  weist auch auf sinkende Kosten hin.

Die Darmstädter Feuerwehr ist nicht die erste, die auf das unbemannte Flugobjekt setzt. Nach Angaben des hessischen Innenministeriums sind Drohnen bereits bei der Feuerwehr Dillenburg, der Berufsfeuerwehr Frankfurt und bei der Kreisjugendfeuerwehr Darmstadt-Dieburg im Einsatz.

Zudem besäßen die Kreise Groß-Gerau, Marburg-Biedenkopf und Offenbach jeweils eine Drohne. Sie stellen die Flugobjekte den Feuerwehren der jeweiligen Landkreise zur Verfügung.

Extra-Erlaubnis nicht nötig

Hessenweit gibt es sechs Berufsfeuerwehren und 2600 freiwillige Feuerwehren. "Drohnen sind eine gute Sache. Mit ihrer Hilfe bekommen die Einsatzkräfte einen Gesamtüberblick und können so die Lage besser beurteilen", sagt Harald Popp, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands Hessen.

Das Bundesverkehrsministerium hat den Einsatz von Drohnen erleichtert. Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Feuerwehren oder das Deutsche Rote Kreuz dürfen die Fluggeräte erlaubnisfrei und ohne Kenntnisnachweis fliegen. Allerdings müssen sie auf Verbotszonen wie Flughäfen oder große Menschenansammlungen achten und stets auf Sicht fliegen.

Feuertaufe bestanden

Bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt sind die Einsatzkräfte froh über die Hilfe von oben. Bei größeren Bränden in Lagerhallen oder Wäldern sei das Flugobjekt bereits zum Einsatz gekommen, sagt Pressesprecher Andreas Mohn. "Als im vergangenen Jahr ein Kran in der Frankfurter Innenstadt beschädigt wurde, haben wir die Drohne eingesetzt. Damit konnten wir herausfinden, was genau die Ursache war", berichtet er.

Mit einer Wärmebildkamera sei die Feuerwehr zudem in der Lage, auch nach vermissten Personen zu suchen. Die Freiwillige Feuerwehr im mittelhessischen Dillenburg besitzt gleich zwei Drohnen: eine mit HD Kamera, die andere mit Wärmebildkamera.

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Warum viele Feuerwehren noch ohne sind

Drohnen werden für Feuerwehren nicht nur attraktiver, sondern auch erschwinglicher. Die Preise liegen zwischen 1.000 und 5.000 Euro - je nach Ausrüstung. Ein möglicher Grund, warum trotzdem noch nicht jede Feuerwehr eine Drohne besitzt: Das fällt in den Aufgabenbereich der Kommunen. Das Land fördert nur den Kauf von Einsatzfahrzeugen und dem Bau von Feuerwehrhäusern. Zudem müssen sich Brandschützer regelmäßig mit der Bedienung und Steuerung der Drohne beschäftigen - was Zeit und Geld kostet.

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