Eine Boeing 767 der Condor
Flugzeug von Condor (Archivbild). Bild © Condor

Ein Ferienflieger der Condor von den Kanaren nach Frankfurt hat einen außerplanmäßigen Stopp eingelegt. In Faro lud der Pilot einen pöbelnden Passagier ab. Am Frankfurter Flughafen wurden Bundespolizisten massiv beschimpft - von einer Friedensforscherin.

Laut einem vom Freitag war am Tag zuvor ein Passagier auf einem Condor-Flug von Fuerteventura wiederholt ausfällig geworden. Unter anderem soll der offenbar betrunkene Mann, dessen Alter mit Mitte 40 angegeben wurde, mit französischem Akzent gerufen haben: "Ihr seid doch alle Nazis!"

Polizisten nehmen Randalierer in Empfang

Versuche des Kabinenpersonals und des Kapitäns, den Pöbler zur Vernunft zu bringen, schlugen fehl. Der Pilot entschied sich daraufhin, im portugiesischen Faro zwischenzulanden, wo Polizeibeamte den renitenten Fluggast in Empfang nahmen.

Screenshot Flightradar24
Der Flightradar-Screenshot zeigt den Flugverlauf bis Faro. Bild © flightradar24.com

Nachdem auch das Gepäck des Mannes abgeladen und die Zeugenaussagen aufgenommen waren, habe die Maschine rund 80 Minuten später wieder starten können, berichtete das Portal unter Berufung auf einen Augenzeugen.

Anderthalb Stunden Verspätung

Eine Sprecherin von Condor bestätigte readitnow.info am Freitagabend den Vorfall. Flug DE 1403 mit 201 Passagieren an Bord habe außerplanmäßig in Faro zwischenlanden müssen. Grund sei "das ungebührliche Verhalten eines Passagiers" gewesen.

Die Boeing sei um 20.09 Uhr sicher in Frankfurt gelandet. Passagiere und Besatzung seien wohlauf. Laut Flugplan hätte die Maschine eigentlich um 18.35 Uhr in Frankfurt aufsetzen sollen. Die Airline bedauerte die Unannehmlichkeiten, betonte aber, dass Sicherheit stets oberste Priorität habe. Welche Konsequenzen den Randalierer möglicherweise erwarten, ließ Condor offen.

Friedensforscherin wird ausfällig

Ärger mit einem pöbelndem Passagier hatte nach am Frankfurter Flughafen. Demnach soll eine US-amerikanische Reisende die Beamten als "fucking bastards" ("verfluchte Bastarde") und "fucking German Nazi police" ("verfluchte deutsche Nazipolizei") beschimpft haben.

Die Worte fielen demnach während einer Gepäckkontrolle. Weil die Frau mit ihren Kosmetika die zulässige Flüssigkeitsmenge im Handgepäck überschritt, sei sie aufgefordert worden, einen Deoroller entweder mit ihrem Gepäck aufzugeben oder in Frankfurt zu lassen. Darauf habe sie uneinsichtig und gereizt reagiert und die Beamten beschimpft.

Fortsetzung des Streits auf Twitter

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verleumdung ein. Zudem musste die Amerikanerin eine Sicherheitsleistung von 260 US-Dollar hinterlegen.

Auf ihrem sprach die Frau, bei der es sich um die Friedenforscherin Christine Fair handelt, weitere Beleidigungen aus und behauptete, von der Polizei beraubt worden zu sein. Auch hierzu werde ermittelt, berichtete die Polizei in einer auch auf Englisch verfassten Pressemitteilung.

Sendung: hr-iNFO, 19.01.2018, 22.00 Uhr