Spezialkräfte der Polizei führen Ali B. in Wiesbaden ab.
Spezialkräfte der Polizei führen Ali B. in Wiesbaden ab. Bild © picture-alliance/dpa

Der Verdächtige im Mordfall Susanna ist nach einer stundenlangen Vernehmung in Untersuchungshaft genommen und nach Frankfurt gebracht worden. Zuvor hat er die Tötung der 14-Jährigen gestanden, eine Vergewaltigung aber bestritten.

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Gegen den Tatverdächtigen im Mordfall Susanna hat eine Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Wiesbaden am Sonntag einen Untersuchungshaftbefehl erlassen. Das teilte die Polizei Westhessen am Sonntagabend per Twitter mit. Ali B. wird des Mordes an der 14 Jahre alten Schülerin beschuldigt. Zuvor war er sechs Stunden lang befragt worden. Der Verdächtige werde nun in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, hieß es: "Der Transport erfolgt nach Beurteilung der Lage erneut mit unserem Polizeihubschrauber."

Gegen den Tatverdächtigen im Mordfall der 14-Jährigen aus ordnete die zuständige Ermittlungsrichterin im Polizeipräsidium heute die U-Haft an.

Nach seiner misslungenen Flucht in den Irak hatte sich Ali B. ausführlich vor der deutschen Justiz geäußert. Die Vernehmung durch die Amtsrichterin, die über die U-Haft zu entscheiden hatte, begann am Sonntagnachmittag im Wiesbadener Polizeipräsidium. Die Verhandlung hatte verspätet begonnen, zudem wurde ein Dolmetscher hinzugezogen.

Ins Männergefängnis Frankfurt I überführt

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Chronologie Mordfall Susanna

Eine Chronologie des Mordfalls Susanna finden Sie hier.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat der 20-Jährige zugegeben, Susanna F. getötet zu haben. Eine Vergewaltigung habe er bestritten. Tatmotiv sei die Angst gewesen, Susanna könne die Polizei rufen. Sie sei gestürzt und aufs Gesicht gefallen.

Nach dpa-Angaben wurde Ali B. ins Männergefängnis Frankfurt I gebracht. Dort könne er im Fall einer Suizidgefährdung besser überwacht werden, hieß es zuvor aus Ermittlerkreisen. Üblicherweise werden junge Untersuchungshäftlinge in der JVA Wiesbaden untergebracht.

Mit der Lufthansa nach Deutschland gebracht

Der Mann war in der Nacht zum Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Am Samstagabend kam er in Begleitung von Bundespolizisten mit einer Lufthansa-Maschine aus dem nordirakischen Erbil am Frankfurter Flughafen an. Anschließend wurde er mit einem Polizeihubschrauber zum Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden geflogen. Dort verbrachte er die Nacht im Gewahrsam.

Der Iraker, der 2015 als Flüchtling nach Deutschland eingereist war, steht im Verdacht, die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene 14-jährige Susanna in der Nacht vom 22. zum 23. Mai vergewaltigt und anschließend durch Gewalt gegen den Hals getötet zu haben. Ali B. gestand die Tat Medienberichten zufolge im Irak.

Weitere Demonstrationen in Mainz

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Nachdem bereits am Samstag in Susannas Heimatstadt Mainz einerseits gegen Einwanderung und andererseits gegen Rassismus demonstriert worden war, hatten aufgerufen. Es fanden sich insgesamt lediglich 230 Menschen ein.

Die Kundgebungen blieben bis zum Sonntagnachmittag friedlich, wie die Polizei mitteilte. Die rechts orientierte Initiative "Beweg was!" protestierte auf dem Ernst-Ludwig-Platz gegen illegale Einwanderung. Die Polizei zählte rund 80 Teilnehmer. Zu zwei Gegendemonstrationen seien insgesamt rund 150 Menschen gekommen, die sich um die Veranstaltung der Initiative gruppiert hätten. Absperrgitter trennten die drei Gruppierungen voneinander.

Gewerkschaft und Stadt gedenken

Ursprünglich waren fünf Gegendemonstrationen angekündigt. Eine sei im Vorfeld abgesagt worden. Zu den beiden anderen kam nach Angaben der Polizei niemand.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Stadt Mainz haben für Montag zu einer Gedenkveranstaltung aufgerufen. Der evangelische Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, Klaus Volker Schütz, rief die Kirchengemeinden in Mainz und Umgebung zur Beteiligung am stillen Gedenken auf.