Sparkasse mit Polizeifahrzeug (Sujetbild)
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Er soll seit mindestens 16 Jahren Geschäfte und Banken überfallen und ausgeraubt haben: Nun will die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt den 45-Jährigen anklagen. Ermittler aus Korbach waren dem Mann auf die Spur gekommen.

War der Überfall auf die Waldecker Bank im 1.600-Einwohner-Ort Diemelsee-Adorf am 2. Januar das letzte Kapitel in einer der längsten Bankräuber-Karrieren der Republik? Davon scheinen die Ermittler der Kriminalpolizei in Korbach überzeugt. Sie hatten den mutmaßlichen Täter aus dem nahen Nordrhein-Westfalen ermittelt und rund drei Monate nach dem Überfall durch Spezialeinheiten festnehmen lassen.

Doch bald ging es nicht mehr nur um den Überfall im Januar. Eine präsidiums- und länderübergreifende Gruppe von Ermittlern rechnet dem 45 Jahre alten Verdächtigen eine ganze Reihe von Überfällen zu. Am Donnerstag teilten die Ermittler mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt nun mit: Der Mann soll seit fast zwei Jahrzehnten eine Vielzahl von Raubüberfällen in verschiedenen Bundesländern begangen haben.

20 Überfälle

Angeklagt werden soll er für 20 Überfälle in den vergangenen 16 Jahren. Die Liste beginnt am 18. Oktober 2002 mit einem Überfall auf ein Geschäft in Gießen und endet eben mit jener Tat am ersten Arbeitstag des Jahres 2018 in Diemelsee-Adorf. Dazwischen lagen mehrere Sparkassen-Überfälle in Battenberg (Waldeck-Frankenberg), in Lahnau-Waldgirmes oder Solms-Oberbiel (Lahn-Dill). Auch in Nordrhein-Westfalen soll der Mann zugeschlagen haben, der aus dem dortigen Kreis Siegen-Wittgenstein kommt.

Weitere Details zu den Ermittlungen und zum Verdächtigen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am nächsten Dienstag bei einer Pressekonferenz mitteilen.