Brabant Sammlung im Museum Wiesbaden
"Der Redner" und "Rote Häuser mit Windmühle" von Max Pechstein. Bild © Pechstein - Hamburg/Tökendorf

Mehr als 50 Jahre lang hat Frank Brabant Gemälde gesammelt - die Kollektion ist ein Who's who des Expressionismus. Nun präsentiert das Museum Wiesbaden einen Teil der Werke, die es einmal erben soll.

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Blick in die Sammlung Brabant

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zum Artikel hr2-Kritik: Von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant

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Bunt, vielfältig und hochkarätig – so könnte man Frank Brabants Sammlung beschreiben. Seit mehr als 50 Jahren sammelt der Wahl-Wiesbadener Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf den 20er-Jahren. Brabants Kollektion ist ein Who’s who des Expressionismus, des Magischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit.

Weitere Informationen

"Von Beckmann bis Jawlensky"

  • Wann: 13. April bis 30. September 2018
  • Wo: Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2
  • Tickets: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro
  • Infos:
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Das Museum Wiesbaden zeigt seit Freitag 128 Werke. Die Ausstellung "Von Beckmann bis Jawlensky - Die Sammlung Frank Brabant" ist in neun Themenräume gegliedert.

Pechstein-Holzschnitt war der Grundstein

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Zu sehen ist etwa der Holzschnitt "Der Redner" von Max Pechstein, mit dessen Erwerb Brabant 1964 seine Sammlertätigkeit begann. Der damalige Versicherungsangestellte bezahlte den Kaufbetrag von 300 D-Mark in Raten ab. Das Geld zur Finanzierung seiner Sammel-Leidenschaft verdiente er erst später als erfolgreicher Betreiber von Diskotheken.

Das Museum zeigt vor allem Hauptwerke aus Brabants Sammlung, darunter Gemälde von Künstlern wie Max Beckmann und Wassily Kandinsky sowie Künstlerinnen wie Elfride Lohse-Wächtler und Käthe Kollwitz. Die Kollektion umfasst insgesamt rund 600 Werke und zählt damit zu den großen privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland.

Frank Brabant
Frank Brabant siedelte 1958 mit 20 Jahren aus der DDR nach Wiesbaden. Seit 1964 ist er als Sammler tätig. Bild © Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Das Museum Wiesbaden soll einmal die Hälfte der Sammlung erben. Denn im vergangenen Jahr gab der Sammler die Regelung seines Nachlasses bekannt: Nach seinem Tod sollen das Museum in der hessischen Landeshauptstadt und das Staatliche Museum Schwerin über eine Stiftung jeweils rund 300 Gemälde erhalten.

Es ist nicht die erste große Schenkung, über die sich die Wiesbadener freuen können. Erst im März überließ der Wiesbadener Mäzen Ferdinand Wolfgang Neess dem Haus 570 Kunstwerke im Gesamtwert von mehr als 41 Millionen Euro. Und der ehemalige Unternehmer Reinhard Ernst schenkt der Stadt gleich ein ganzes Museum für abstrakte Kunst. Der Wert allein des Baus: 40 Millionen Euro.