Buchcover
In Michael Elsaß' Wetteraukrimi wird mit Schweinen experimentiert - aber nicht lange. Bild © picture-alliance/dpa

Heimliche Tierversuche mit Schweinen in einem Labor in Bad Vilbel kosten Thomas Gärtner das Leben. Sein Ende ist so unappetitlich wie seine Forschungen. Michael Elsaß' Wetterau-Krimi führt in die Welt dubioser Wissenschaftler und radikaler Tierschützer.

Leser lieben Kriminalgeschichten. Noch größer ist ihr Interesse, wenn - wohlgemerkt fiktive - Verbrecher in ihrer eigenen Heimatregion wüten. Entsprechend gut laufen bei hessischen Lesern Romane, die in Hessen spielen. In einer losen Serie stellt readitnow.info aktuelle Krimis mit regionalem Bezug vor.

Die Geschichte:

Thomas Gärtner, Forscher an der Frankfurter Universität, untersucht in einem Bad Vilbeler Labor die Verträglichkeit von Psychopharmaka. Doch heimlich zog er einen großen Auftrag eines Lebensmittelkonzerns an Land: Weil verdorbene Lebensmittel noch genügend wertvolle Nährstoffe enthalten, soll er daraus wohlschmeckende Nahrung machen. So könnte man doch das Problem mit dem Hunger in der Welt lösen! Nur zwei weitere Menschen sind eingeweiht.

Buchcover
Bild © Cocon Verlag

Das Zeug, das er in langen Versuchsreihen herstellt, verfüttert er an Schweine, die er versteckt im Keller des Labors hält. Aber die Viecher wollen diesen Mischmasch nur fressen, wenn sie vorher ordentlich hungern mussten.

Eines Tages wird Gärtner vermisst. Sein Kollege Sven Grünlich findet ihn im verbotenen Keller. Nun ja, eher seine Überreste, denn irgendjemand hat den Mann erschlagen und den Schweinen zum Fraß vorgeworfen.

Kommissar Karl-Heinz Wetz, allgemein Kalli genannt und im Friedberger Kommissariat als der Mann für "gruselige Morde" bekannt, tappt im Dunkeln. Einerseits wurde am Tatort "Tierversuche sind Mord" an die Wand gesprüht, andererseits findet er in Gärtners Kollegen Grünlich einen ihm sehr unsympatischen Tatverdächtigen. Doch der hat ein Alibi. In der Tierschützerszene wiederum findet Kalli Verdächtige zuhauf.

Kurzkritik:

Mit dem Ich-Erzähler Kalli ist dem Autor eine richtige Type gelungen. Ein Landei, aber mit kriminalistischem Gespür ausgestattet. Sich selbst nimmt er nicht allzu ernst. Er liebt seine Familie, sein Dorf Echzell, die Natur in seiner Region. Dahin kann er sich immer wieder zurückziehen, wenn er einen klaren Gedanken fassen will. 

Kalli hat scheinbar so gar keine Ahnung von nichts - ein Kunstgriff des Autors, um sein eigentliches Thema abzuhandeln: Tierversuche, Tierzucht, Tiervermarktung. Das tut Elsaß wohltuenderweise sehr ausgewogen, indem er wild entschlossene Tierschützer gegen weniger radikale Tierfreunde stellt. Auch die Wissenschaft, die mit Tierversuchen forscht, stellt er aus beiden Blickwinkeln dar. Das rundet die spannende und manchmal richtig komische Geschichte um den Mord im Labor gekonnt ab.

Der Autor:

Porträt
Bild © privat

Michael Elsaß, studierter Soziologe und Politikwissenschaftler, wohnt mit seiner Familie in Hanau und arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Pressesprecher des Wetteraukreises. Er kommt durch seine Arbeit viel in seinem Kreis herum und kennt sich in der Region sehr gut aus. In seiner Freizeit fährt er am liebsten Fahrrad.

Das Schreiben ist für ihn eine weitere Art zu entspannen: "Beim Krimi kann ich frei schreiben, mir Geschichten und Figuren ausdenken. Es ist eine Herausforderung und macht Spaß", sagt der Autor dem . "Tod im Labor" ist der dritte Band mit seinem Kommissar Karl-Heinz "Kalli" Wetz. Elsaß hat auch zwei Wetterau-Reiseführer verfasst.