Abbildungen aus "Das größte Fest der Welt"
Bild © Text und Zeichnungen C.Tauber & A.Wagner

Eine neue Comicreihe will Kinder neugierig auf die Frankfurter Stadtgeschichte machen. "Das größte Fest der Welt" bildet den Auftakt und erzählt von einer Stadt in Partystimmung - 1742, zur Kaiserkrönung.

museen-comic
Bild © Text und Zeichnungen C.Tauber & A.Wagner

Die Figuren erinnern ein bisschen an die Zeichentrickserie "Heidi": Der jüdische Junge Leo, seine Freundin Catharina und die Schaustellerin Lucia aus Italien erzählen vom Leben in Frankfurt Mitte des 18. Jahrhunderts und vom "größten Fest der Welt", der Kaiserkrönung eben.

Weil Leo Jude ist, darf er nicht bei den Feierlichkeiten dabei sein. Aber die Mädchen finden einen Weg, damit er doch zuschauen kann, wie der neue Herrscher ausgerufen und auf dem Römerberg gefeiert wird. "Wir haben dieses Thema ausgewählt, weil es dazu viel in der Stadt und in unseren Museen zu sehen gibt, vielleicht regt der Comic ja dazu an, sich weiter mit der Geschichte Frankfurts zu beschäftigten", erklärt Susanne Gesser vom Kinder Museum Frankfurt.

Geschichte ist immer spannend

museen-comic
Bild © Text und Zeichnungen C.Tauber & A.Wagner

Jakob Hoffmann, der in Frankfurt viele Veranstaltungen zum Thema Comic organisiert, vermittelte dem Museum den Kontakt zum Verlag von Christopher Tauber, der Kennern wiederum als Zeichner der "Drei Fragezeichen-Comics" bekannt ist.

"Geschichtliche Themen sind immer spannend", erzählt Tauber. "Die Recherche vor Ort mit Unterstützung der Museen klang ebenfalls verlockend und dann noch die Herausforderung, das Ganze in eine Geschichte für Kinder zu verarbeiten, dem konnte ich mich nicht entziehen.“ Ein dreiviertel Jahr lang hat das Team Christopher Tauber/Annelie Wagner dann an dem Comic über die Kaiserkrönung gearbeitet. Immer wieder wurden die geschichtlichen Details überprüft, Fotovorlagen besorgt, Fehler korrigiert.

Drei Kinder sind die Hauptfiguren

Weitere Informationen

Vier Fehler sind zu finden

Fachleute des Historischen und des Jüdischen Museums sowie des Instituts für Stadtgeschichte passten auf, dass im Comic alles seine Richtigkeit hat. Fehler wurden dennoch eingebaut, aber ganz bewusst. Die Autoren haben vier Dinge in ihrer Geschichte versteckt, die es 1742 noch nicht gab. Im Anhang zum Comic wird das Rätsel aufgelöst.

Ende der weiteren Informationen

"Das größte Fest der Welt" zeigt Frankfurt am Main im Frühjahr 1742 im Ausnahmezustand: Die Kurfürsten des deutsch-römischen Reiches haben sich in der Stadt versammelt, die Kaiserkrönung steht bevor. Die Stadt ist überfüllt mit Gästen, die dem Festakt beiwohnen. Der Comic schafft es, die Stimmung in der Stadt zu transportieren und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie groß die Begeisterung damals gewesen sein muss.

Und weil der Hauptdarsteller nicht der Kaiser, sondern drei kleine Kinder sind, wird das Buch schnell zu einer Abenteuergeschichte, bei der die Kleinen eben mal schnell auf das Dach des Rathauses klettern und vom Balkon durch die Fenster des Kaisersaals Karl VII sehen können.

Revolution nächstes Thema?

museen-comic
Bild © Text und Zeichnungen C.Tauber & A.Wagner

Das Buch ist in Kooperation von Historischem Museum und Kinder Museum entstanden. 2000 Bücher wurden auf deutsch gedruckt, weitere 1000 auf englisch. Und es soll noch mehr Comics zu historischen Themen geben. "Geplant ist, einmal im Jahr so einen Comic zu machen", erläutert Susanne Gesser. "Das nächste Buch könnte sich mit dem Thema Revolution beschäftigen."

"Das größte Fest der Welt. Text: Christopher Tauber, Zeichnungen Annelie Wagner. Verlag Zwerchfell. Frankfurt 2017. 40 Seiten, 10 Euro