MOMEM bei Nacht
So soll der Eingang zum MOMEM an der Hauptwache aussehen. Bild © Atelier Markgraph

Fünf Jahre Warten und Hoffen - und nun die Erlösung für die Macher: Das MOMEM, "Museum Of Modern Electronic Music", wird kommen. An der Hauptwache, wie geplant, allerdings als zeitlich begrenzte Zwischenlösung.

Videobeitrag

Video

zum Video Interview mit MOMEM-Direktor Alex Azary

Ende des Videobeitrags

Ein sichtlich gut gelaunter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), eine Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), die zwar ihr Redemanuskript zu Hause vergessen hat, dafür aber aus Rainald Götz' "Rave" vorliest und ein vor Optimismus sprühendes MOMEM-Team: In Frankfurt ist endlich der offizielle Startschuss für das MOMEM, das "Museum Of Modern Electronic Music" gefallen.

Feldmann übernimmt Schirmherrschaft

Nun also das Bekenntnis der Stadt: Ja, das MOMEM wird kommen und es wird in das ehemalige Kindermuseum an der Hauptwache einziehen. Peter Feldmann hat am Dienstag auch gleich die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. "Das MOMEM ist für Frankfurt ganz zentral wichtig, ja weltweit ein einzigartiges Kulturprojekt", sagt er.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), MOMEM-Direktor Alex Azary
Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und MOMEM-Direktor Alex Azary haben viel zu besprechen: Das MOMEM übernimmt im April seine Räumlichkeiten an der Hauptwache. Bild © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß

Schon im April will die Stadt die Räumlichkeiten an Alex Azary, den Direktor des MOMEM und sein Team übergeben. Zwar zunächst nur für "zwei bis vier Jahre als Zwischenlösung, die parteiübergreifend besprochen wurde", aber das passe ja auch zu einem Museum für elektronische Musik, sagt Feldmann. Schließlich seien die Hauptspielorte früher in den 1990er-Jahren auch von Vergänglichkeit geprägt gewesen. "Man erinnere sich nur an das Tunnel-Rave im ehemaligen Theatertunnel". Wichtig sei, dass es jetzt nun losgehe, verbindlich, und das sei nun "endlich, endlich" der Fall. Bis die Stadt entschieden habe, was sie langfristig aus der Hauptwache machen will, könne das MOMEM dort bleiben.

Pläne seit fünf Jahren in der Schublade

Fünf Jahre musste sich die MOMEM-Crew gedulden, bis die Stadt nun umsetzt, was im Übrigen auch im Koalitionsvertrag verankert ist. Nun muss das Konzept an die neue, zeitlich begrenzte Situation angepasst werden. "Wir sehen dann, wenn wir drin sind, was wir machen können“, sagt Azary.

Ein vollständig ausgearbeitetes Konzept für das Museum, ein und konkrete Pläne für die Gestaltung der Räume und der Hauptwache liegen seit Jahren in der Schublade. "Danke an die Macher für ihre große Geduld und Ausdauer bei diesem einzigartigen Kulturprojekt für Frankfurt“. Der neue Schirmherr weiß, dass er ein hochmotiviertes Team anspricht, das sich über die Jahre nicht entmutigen ließ.

Besuchergruppen irren auf der Suche nach dem MOMEM umher

Zahlreiche Prominente aus dem Themenkreis elektronische Musik und Club-Kultur wie Dieter Meier von Yello, DJ Sven Väth oder die US-amerikanische Elektro-Band Inner City unterstützen das Projekt. Auch international wurde das noch gar nicht existierende MOMEM bereits zur Kenntnis genommen, ist es doch "weltweit das erste Museum seiner Art zum Thema elektronische Musik und Club-Kultur", wie Feldmann betont.

Es hätten sich bereits kleinere Besuchergruppen auch aus dem Ausland vor seinem Privathaus eingefunden, erzählt Direktor Azary, die das MOMEM suchten und diese Adresse über Google herausgefunden hätten. "Der Zuspruch für das MOMEM wird immens sein, und wir planen einen Riesen-Aufschlag".

Videobeitrag

Video

zum Video Techno-Museum kommt

Ende des Videobeitrags

Dass die Stadt nun, anders als ursprünglich geplant, sich nur zeitlich begrenzt festlegt, hält Azary nicht für problematisch. "Wir machen das nun als Pop-Up, so das wird experimenteller, wir können reinwachsen und unser Konzept immer wieder anpassen". Krise als Chance? Unbedingt, sagt Azary. "So bleiben wir flexibel."

Schirmherr wirbt bei Stiftungen um Unterstützung

Die Räume des ehemaligen Kindermuseums an der Hauptwache stellt die Stadt dem MOMEM mietfrei zur Verfügung. "Darüberhinaus steht unsere Fianzierung weitestgehend", sagt Azary. Der Förderverein "Friends of MOMEM e.V." spielt dabei eine große Rolle. Da man aber nun neu planen müsse, sei auch noch gar nicht klar, was das MOMEM letztlich kosten werde. Aber da es nun endlich die feste Zusage der Stadt gebe, könne man die guten Gespräche mit Sponsoren weiter führen, die wegen der unklaren Situation ins Stocken geraten waren.

Und der neue Schirmherr Feldmann betont, dass er sich auch einbringen und in seiner Funktion als Schirmherr bei den entsprechenden Frankfurter Stiftungen vorsprechen und um Mittel werben werde. "Wir sind eine der coolsten Städte der Welt", ruft er der MOMEM-Crew zu. "Wir sind dankbar, dass es sie und das MOMEM gibt".

Weitere Informationen

Das MOMEM

Das , kurz MOMEM, will Exponate zu Themen wie Mode, Instrumente, Design und Technik zeigen. Geplant sind außerdem Workshops mit internationalen DJs, Seminare, Lesungen, Filmabende und Partys. Das MOMEM will alle Aspekte der Club-Kultur aufnehmen und ein "modernes Kulturzentrum im Herzen der Stadt" sein.

Das MOMEM-Team: Alex Azary (Direktor), Andreas Tomalla (Ideengeber und Kurator) Stefan Weil (Museografie und Szenografie, Atelier Markgraph)

Ende der weiteren Informationen
Audiobeitrag
MOMEM Pressekonferenz 23.1.2018

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das MOMEM kommt an die Hauptwache

Ende des Audiobeitrags