Konzertimpressionen von Helene Fischer
Auftakt zu einer spektakulären Show: Helene Fischer erscheint riesengroß auf der Bühnenrückwand. Bild © hr/Jens Naumann

Gleich fünf Mal gastiert Helene Fischer in diesen Tagen in der ausverkauften Frankfurter Festhalle. Auftakt war am Dienstag. Was ist es bloß, das den Hype um Deutschlands Schlagerkönigin ausmacht?

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zum Video Das sagen die Fans zur ersten Helene-Fischer-Show in Frankfurt

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Eine stetig wachsende Fangemeinde, die nach oben und nach unten keine Altersgrenzen kennt. Fünf ausverkaufte Konzerte in der Frankfurter Festhalle innerhalb von sechs Tagen vor rund 36.500 Menschen. Für Helene Fischer gelten offenbar andere Maßstäbe als für den Rest der Branche.

Das über dreistündige, von präsentierte Konzert am Dienstag war der Auftakt zum zweiten Teil von Fischers 2017/2018-Tour. Zunächst sorgen Einlassprobleme für einen verzögerten Beginn. Irgendwann pendelt dann doch ein Laserstrahl auf der Bühne zu Klock-Lauten hin und her und zählt die letzten Minuten herunter. Dazu erscheint das Gesicht der Schlagerqueen überdimensioniert auf der Bühnenrückwand.

Akrobatik von Weltniveau

Schließlich steht sie leibhaftig auf der Bühne, begrüßt das Publikum mit "Frankfuuuuurt", tanzt, singt und lässt sich zu "Nur mit dir" an Gummiseilen durch die Luft wirbeln. Für ihre Tour hat die Sängerin eine imposante Bühnenshow auf die Beine gestellt, die sich hinter aufwändigen US-Produktionen nicht zu verstecken braucht.

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Da vollführen Akrobaten von 45 Degrees - einer Abteilung des weltberühmten Cirque du Soleil - halsbrecherische Verrenkungen in schwindelerregender Höhe, schießen Rauchfontänen aus dem Boden, regnen Funken auf die Bühne, tasten sich Laserensembles ufogleich von der Hallendecke durch das Auditorium.

Der Fokus aber bleibt stets auf der 1,58 Meter kleinen blonden Frau mit der hellen, kräftigen und glasklaren Stimme, die jeden Ton trifft. Einen Hit nach dem anderen haut sie raus, animiert das Publikum zum Mitmachen. Ob "Phänomen", "Das volle Programm" oder "Mit keinem andern" - die Fans scheinen jedes Wort zu kennen.

Schreckmoment beim Sturz nach unten

Fischer bleibt in Bewegung und wird selbst zur Akrobatin. Sie klammert sich an ihre Bühnenpartner, um mehrere Meter in die Höhe gezogen zu werden, trommelt, dreht am Seil wilde Pirouetten in der Luft und läuft auf einem schwenkbaren Ausleger über die Köpfe des Publikums.

Einen Schreckmoment gibt es, als sie sich aus einem übergroßen Setzkasten nach unten plumpsen lässt. Doch dort wurde der harte Bühnenboden inzwischen unbemerkt gegen eine weiche Matte ausgetauscht.

Bei aller Technik: einer der schönsten Momente ist es, als die Zuschauer auf Fischers Aufforderung hin die Taschenlampenfunktion ihrer Handys einschalten und in der dunklen Halle wie tausende Glühwürmchen leuchten lassen. Dazu steht die Sängerin im roten Kleid auf einer Plattform in der Hallenmitte und singt ein Lied für ihre Eltern im Publikum.

Wenn nur die Ansagen nicht wären

Lästig sind die vor Schmalz triefenden Ansprachen der 33-Jährigen, in denen sie nicht müde wird, zu betonen, wie viel Liebe sie immer wieder spürt - von ihrem Lebenspartner, ihren Eltern, sogar von ihrer Band und natürlich vom Publikum. Fischer: "Ich bin sehr sensibel."

Eine willkommene Abwechslung bieten da ihre Umziehpausen. Dann nämlich zeigen die 20 Tänzer in Solo-Einlagen erst richtig, was sie so drauf haben. Und dann lässt auch die neunköpfige Band den überstrapazierten Schlagerstampf mal links liegen und stimmt Rock-, Salsa- oder Lounge-Rhythmen an.

Ein singender Springbrunnen

Überhaupt - die Outfits: Mal im futuristischen blauen Stachelkleid, mal in Gold gehüllt, dann als sexy Vamp in schwarzem Leder zeigt die Schlagergöttin, dass sie alles tragen kann. Der modische Höhepunkt aber ist wohl ein Kleid aus Wasserfontänen, das sie als lebenden Springbrunnen erscheinen lässt.

Mit "Herzbeben" wird nach über zwei Stunden allmählich das Finale der Show eingeleitet. Helene wirkt immer gelöster, geht sogar mit, als die Fans spontan die berühmte Fanfare aus "Seven Nation Army" der White Stripes anstimmen. Die altbackenen Schlagermoves machen jetzt fröhlichem Herumgehüpfe Platz. Das steht ihr.

Technoclub statt Schlagerdisko

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Revolverheld Konzert in der Festhalle

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Das war der Knaller" - So reagierten die Fans

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Bei "Wir brechen das Schweigen" hat sich die Sitzordnung im Innenraum längst aufgelöst. Nach einigen Takten "Achterbahn" erklärt die Gastgeberin die Festhalle kurzerhand zum besten Club der Stadt, und das Lied wandelt sich zum Techno-Kracher nebst entsprechender Lightshow.

Fischers Megahit "Atemlos durch die Nacht" markiert als zweite Zugabe den Schlusspunkt des Abends. Dazu schaukelt die Sängerin samt Ensemble durch einen Konfettiregen. Auf der großen Leinwand neben der Bühne sind nun immer wieder die Gesichter beseelter Fans zu sehen. Sie scheinen auszudrücken, was Helene in einer Liedzeile besingt: "Wir sind heute ewig, tausend Glücksgefühle".

Weitere Konzerte gibt Helene Fischer am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag in der Festhalle. Am 20. Juli wird sie im Rahmen ihrer Stadiontournee in der Frankfurter Commerzbank-Arena auftreten.