Kloster Lorsch
Das Kloster Lorsch wurde im Jahr 2014 neugestaltet. Bild © picture-alliance/dpa

Das Kloster Lorsch muss einmal eine mächtige Anlage gewesen sein - bis es im 30-jährigen Krieg fast komplett zerstört wurde. Eine Ausstellung zeigt jetzt, wie sich Forscher das Areal vorgestellt haben.

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Visualisierung Kloster Lorsch

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das zeigt die Ausstellung im Kloster Lorsch

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Heute stehen nur noch die weltberühmte Torhalle und Reste der Basilika, vor Jahrhunderten muss das Kloster Lorsch eine mächtige Anlage gewesen sein. Wie genau das Reichskloster Karls des Großen (747 oder 748-814) früher ausgesehen hat, weiß aber niemand: Das Karolingerkloster wurde im 30-jährigen Krieg fast völlig zerstört, Originalpläne sind nicht überliefert.

Viele Gelehrte und Wissenschaftler haben sich in den vergangenen Jahrhunderten den Kopf darüber zerbrochen, wie das Kloster ausgesehen haben könnte. Eine Ausstellung an der Unesco-Welterbestätte mit dem Titel "Zum Bild verführt - Visualisierungsversuche eines verlorenen Klosters" zeigt vom Ideen zum früheren Erscheinungsbild des Karolingerklosters.

"Fantasie und Realität"

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So ist ein Kupferstich von Matthäus Merian ist das einzige erhaltene Bild von dem bedeutenden Kloster. Einen echten Eindruck der Abtei vermittelt der Schwarz-Weiß-Stich aber nicht. "Fantasie und Realität vermischen sich", sagte Kuratorin Anne-Karin Kirsch am Donnerstag. Aktuelle Drohnen-Fotos von dem Gelände böten interessante neue Ansätze zur Interpretation des Stichs.

Daneben sind weitere Stiche, Zeichnungen, fotorealistische Darstellungen, Texte, Grafiken und Modelle zu sehen, die auch unterschiedliche Rekonstruktionsversuche der frühmittelalterlichen Anlage erläutern. "Der Gipfel ist eine detaillierte 3D-Animation", berichtete Kirsch.

Dabei wird schnell deutlich: "Sie alle sind Zeugnisse ihrer Zeit und geben letztlich keine verlässliche Auskunft über das einstige Aussehen des Klosters", erklärte Kirsch. Heute werde bei den Führungen ganz viel im Konjunktiv gesprochen. "Wir deuten nur noch an, lassen uns nicht mehr zu einem Bild verführen."

Gebäude angedeutet

Bei der Neugestaltung im Jahr 2014 sei daher auch ganz bewusst vermieden worden, die Klostergebäude sichtbar zu machen, sagte die neue Direktorin der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens, Kirsten Worms. Sogenannte Footprints, Erhöhungen und Vertiefungen im Boden, deuten die einstigen Standorte der Gebäude auf dem Klostergelände an.

Weitere Informationen

Wo? Wann?

Museumszentrum Lorsch, 5. August - 21. Oktober 2018

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"Wir können nur das dokumentieren und dem Besucher zeigen, was tatsächlich historisch und archäologisch belegt ist", sagte der Leiter der Welterbestätte, Hermann Schefers. Ob nachfolgende Generationen dazu einmal gratulieren werden oder dies als "eher mutlose und konservatorische Haltung" bewerteten, bleibe abzuwarten.