Neu ankommende Flüchtlinge auf dem Weg in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen
Neu ankommende Flüchtlinge auf dem Weg in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Hessen ist weiter gesunken. Drei der acht verbliebenen Erstaufnahmeeinrichtungen schließt das Land daher. Tausende Plätze fallen weg.

Holzhäuser, Container, Zelte: Von 4.000 auf 40.000 Plätze musste das Land Hessen innerhalb eines Jahres die Kapazität seiner Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge steigern. Im Jahr 2015 war das. Doch seit zwei Jahren sinkt die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber deutlich.

Wegen dieser Entwicklung schließt das Land Hessen nun weitere Standorte seiner Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Die Zahl der benutzten Unterkünfte werde von acht auf fünf reduziert, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Montag in Wiesbaden. Von zuletzt noch 9.440 Plätzen bleiben dann noch 6.480 Plätze übrig.

Gießen, Darmstadt, Hanau

Demnach werden Standorte im Meisenbornweg in Gießen und in der Michaelisstraße in Darmstadt komplett aufgegeben. Die betroffene Einrichtung in Gießen, in der früher einmal DDR-Flüchtlinge Aufnahme fanden, liegt in der Nähe des Bahnhofs. Sie ist eine von zwei Erstaufnahmeunterkünften in der Stadt. Die zweite Unterkunft, das frühere US-Depot am Stadtrand, wird weiterhin genutzt.

Der Standort Sportsfield Housing in Hanau wird erst einmal auch nicht mehr belegt. Er bleibt aber als Reserve erhalten, falls später doch wieder Bedarf an mehr Plätze in Unterkünften besteht.

Ein Drittel weniger

Grüttners Entscheidung hat auch Folgen für die Einrichtungen in Fuldatal-Rothwesten (Kassel) und in Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg), die bislang als Reserve dienten. Diese Standorte mit 1.450 Plätzen werden nun vollständig aufgegeben.

Die Anpassung soll laut Grüttner die Möglichkeit zulassen, "auf unterschiedliche Flüchtlingszugänge angemessen und geordnet zu reagieren", teilte der Minister weiter mit. Seit Beginn dieses Jahres hätten rund 3.600 Menschen in Hessen Asyl gesucht. Im Jahr zuvor waren es rund 12.000.

Erst 62, dann 11, jetzt 5

Die seit zwei Jahren stetig sinkende Zahl von neu ankommenden Asylbewerbern führt dazu, dass Hessen bereits seit dem Frühjahr des Jahres 2016 nach und nach Erstaufnahmeeinrichtungen schließt.

Im April 2016 beschloss die Landesregierung von 62 Erstaufnahmeeinrichtungen noch 19 weiter zu betreiben. Schon im September des gleichen Jahres blieben von diesen 19 Standorten noch 11 übrig. Nun sind es noch fünf: in Gießen, Kassel, Rotenburg, Neustadt (Marburg-Biedenkopf) und Büdingen (Wetterau). Reserve-Plätze werden in Calden und Hanau vorgehalten. Derzeit leben rund 2200 Menschen in Hessens Erstaufnahme-Heimen.

Sendung: hr-iNFO, 11.06.2018, 17.00 Uhr



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