Pflege
Die Pflege zuhause soll gestärkt, Pflegekräfte besser bezahlt werden, fordert der VdK von der Politik. Bild © picture-alliance/dpa

Mehr Pflegepersonal, mehr barrierefreie Wohnungen, mehr Unterstützung für Angehörige. Bei seinem Landestreffen auf dem Hessentag hat der Sozialverband VdK deutliche Verbesserungen für Pflegebedürftige gefordert.

Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen hat auf dem Hessentag in Korbach deutliche Forderungen an die Politik gestellt: "Wir brauchen eine Pflegepolitik, die den aktuellen und kommenden Herausforderungen gerecht wird", sagte Landesvorsitzender Paul Weimann am Samstag vor mehr als 4.000 Teilnehmern des VdK-Landestreffens, an dem auch Vertreter aus der Landespolitik teilnahmen.

VdK: Pflegestützpunkte ausbauen

Zentral dafür sei der Ausbau von Pflegestrukturen vor Ort, damit häusliche Pflege und ein selbstständiges Leben im gewohnten Umfeld möglichst lange möglich sind. Auch der Personalschlüssel in Pflegeeinrichtungen muss aus Sicht des VdK verbessert werden, außerdem sollten Pflegekräfte besser bezahlt werden - das mache auch die Pflegeberufe attraktiver. Beratungsangebote für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen ebenfalls verbessert werden, dafür müsse der Ausbau von Pflegestützpunkten schnell voran gehen, sagte Weimann.

Der VdK setzt sich in Hessen seit rund 70 Jahren für behinderte, chronisch kranke, ältere und sozial benachteiligte Menschen ein, ein großer Teil der Arbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet. In Hessen und Thüringen hat der Verband insgesamt 270.000 Mitglieder in rund 1.200 Ortsverbänden. Jeder 25. Einwohner in Hessen ist laut dem Verband Mitglied im VdK.

Im Vorfeld des Hessentags hatte sich der VdK auch dafür ausgesprochen, dass der Bau bezahlbarer und barrierefreier Wohnungen vorangetrieben werde. In Hessen fehlten derzeit 77.000 solcher Wohneinheiten.

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel kritisierte, dass die Pläne der Landesregierung in diesem Punkt nicht weit genug gingen. Zwar lege die hessische Bauordnung mittlerweile fest, dass 20 Prozent der Wohnungen barrierefrei sein müssen, "aber es führt dazu, dass es in Neubauten mit weniger als zehn Wohneinheiten gar keine barrierefreien Wohnungen geben wird." Die SPD habe sich den Warnungen des VdK angeschlossen, von der Landesregierung würden diese aber ignoriert.

Bouffier: VdK wichtiger Impulsgeber

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) würdigte den VdK auf dem Hessentag als "wichtigsten Impulsgeber für unsere Sozialpolitik", der stets auch ein Mahner für eine gerechte Gesellschaft sei. Er betonte, in der aktuellen Legislaturperiode seien die Mittel für soziale Wohnraumförderung vervierfacht worden. Außerdem investiere das Land in die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Bouffier zeichnete am Samstag acht VdK-Mitglieder für ihr ehrenamtliches Engagement aus.