Rabbiner
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Zwei 20-Jährige sollen den Offenbacher Rabbiner Mendel Gurewitz auf offener Straße antisemitisch beschimpft haben. Die Polizei prüft auch, ob einer von ihnen Wiederholungstäter ist.

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Rabbiner vor Chanukka-Leuchter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Offenbacher Rabbiner zum wiederholten Mal angepöbelt

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Nach Erkenntnissen der Polizei Offenbach und der Staatsanwaltschaft Darmstadt waren es zwei 20-Jährige, die am vergangenen Freitagabend den jüdischen Geistlichen Mendel Gurewitz verbal angingen. Sie seien gegen 20 Uhr mit vier Begleitern in der Kaiserstraße in der Offenbacher Innenstadt unterwegs gewesen und hätten dem Rabbiner auf der anderen Straßenseite beleidigende Worte zugerufen, teilten die Ermittler am Mittwoch mit.

Polizeistreife stoppt Verdächtige

Eine Polizeistreife habe die jungen Männer gestoppt und ihre Personalien aufgenommen. Die beiden 20-Jährigen sind bereits polizeibekannt, dabei ging es um Diebstahl und Raub.

Der Rabbiner selbst hatte im Gespräch mit dem hr berichtet, dass die jungen Männer unter anderem "Scheiß Jude" und "irgendwas mit Gaza" gerufen hätten. Als er sie zur Rede habe stellen wollen, seien die Rufe nur umso lauter geworden. Leider werde er immer häufiger antisemitisch beleidigt, sagte Gurewitz.

Offenbachs OB Horst Schneider (l), und Rabbiner Mendel Gurewitz entzünden am 14.12.2017 die ersten Lichter des Chanukka-Leuchters am Rathaus von Offenbach
Offenbachs OB Horst Schneider (l), und Rabbiner Mendel Gurewitz entzünden am 14.12.2017 die ersten Lichter des Chanukka-Leuchters am Rathaus von Offenbach Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Gurewitz erkannte in den jungen Männern am Freitag dieselben Heranwachsenden wieder, die ihn vor fünf Jahren in einem Offenbacher Einkaufszentrum schon einmal antisemitisch beleidigt und sogar verfolgt hatten. Staatsanwaltschaft und Polizei prüfen nach eigener Aussage, ob einer der Verdächtigen im Fall der neuen Pöbeleien auch damals beteiligt war.