Katwarn
Die App Katwarn hat inzwischen 475.000 Nutzer. Bild © picture-alliance/dpa

Ob Bombenentschärfung oder Großeinsatz der Polizei - 475.000 Hessen lassen sich inzwischen über die Smartphone-App Katwarn vor Katastrophen warnen. Warnsirenen haben dennoch nicht ausgedient.

Das Warnsystem Katwarn erreicht immer mehr Menschen: "Derzeit hat Katwarn in Hessen circa 475.000 Nutzer", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Das entspricht rund acht Prozent aller Hessen - das Bundesland hat insgesamt rund 5,9 Millionen Einwohner. Im vergangenen Sommer waren es noch 340.000 Nutzer.

Katwarn ist ein kostenloses Programm für Smartphones, mit dem über Großeinsätze wie Terroranschläge und Amokläufe informiert werden kann. 2017 wurde es mehrfach erfolgreich getestet. Seit Juli alarmiert die Polizei über die App.

Keine Warnungen vor konkreter Gefahr

Die Smartphone-App KATWARN
Bild © picture-alliance/dpa

Die meisten bisher erfolgten Katwarn-Auslösungen seien Informationen über Ereignisse wie Räumungen wegen Bombenentschärfungen gewesen und nicht Warnungen vor einer konkreten Gefahr, erklärte der Sprecher.

19 von 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten hätten bisher Katwarn oder vergleichbare Systeme eingeführt oder führten sie aktuell ein. Vor einem halben Jahr waren es erst 17.

Warnsirenen nicht abgelöst

Die Warnsirenen in den Städten und Gemeinden werde Katwarn trotz steigender Verbreitung nicht ablösen: "Im Gegensatz zu Sirenenanlagen haben die elektronischen Medien jedoch keinen oder nur einen eingeschränkten Warneffekt", heißt es vom Ministerium.

So seien Handys nicht immer in Hörreichweite oder eingeschaltet. Seitens des Landes werde daher eine Kombination von Sirenen und elektronischen Medien als die sinnvollste Lösung angesehen. Schätzungen gehen von 2.500 Sirenen in 270 hessischen Gemeinden aus.