Jonas Monar und Olympia-Flagge
Kleine Hymnen der diesjährigen Olympischen Winterspiele und Paralympics: Jonas Monar hat sie geschrieben. Bild © Ben Wolff, dpa, Collage: hr

Jonas Monar aus Wetzlar darf sich auch ohne Goldmedaille als Gewinner fühlen: Er lieferte mit "Nie zu Ende" und "Held" die ARD-Hymnen für Olympia und Paralympics. Dabei hatte ein Lied erst eine ganz andere Botschaft. Ein Interview.

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Jonas Monar aus Wetzlar spielte mit seiner Schulband im Vorprogramm von Silbermond und Sunrise Avenue. Nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium für die Fächer Deutsch und Musik lebt er inzwischen als Sänger und Songwriter in Berlin. Unter dem Titel "Alle guten Dinge" hat er ein Album herausgebracht.

Das Lied "Nie zu Ende", das die ARD zu ihrer Hymne für ihre Übertragungen von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erkoren hat, stammt noch aus seiner Zeit in Wetzlar. "Wirklich unglaublich, dass ich mit meiner Musik einen Teil zu dieser riesigen Veranstaltung beitragen kann", freut sich Monar.

readitnow.info: Herr Monar, zwei Ihrer Songs wurden als ARD-Songs für Olympia und Paralympics ausgewählt. Wie haben Sie davon erfahren?

Jonas Monar: Das war ganz lustig. Ich war gerade im Auto unterwegs, als meine Managerin angerufen hat. Sie sagte, sie hat gute News und hat mir von der Sache erzählt. Das war sehr überraschend, weil ich gar nicht wusste, dass wir uns beworben hatten. Ich habe mich sehr gefreut und erst einmal meine Eltern angerufen.

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ARD-Olympia-Hymnen

Die ARD überträgt bis 28. Februar an jedem zweiten Tag die Wettkämpfe der , begleitet vom Song "Nie zu Ende".
Danach folgt von 9. bis 18. März die Übertragung der Paralympics. Hier ist "Held" von Jonas Monar die Hymne im Ersten.

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readitnow.info: Wie ist "Nie zu Ende" entstanden?

Monar: Den Song gibt es schon seit drei Jahren. Ich habe ihn in meiner ersten eigenen Wohnung in Wetzlar geschrieben. Die Melodie hatte ich schon. Alles klang euphorisch, nur der Text nicht. Er lautete: "Und ich singe immer noch dasselbe Lied." Das passte nicht so recht zusammen. Ein Dreivierteljahr später hatte ich den Song immer noch und schrieb dann den Text um. Es war extrem viel Arbeit, allein für die erste Strophe gab es 80 verschiedene Versionen.

readitnow.info: Was glauben Sie, weshalb die Songs ausgewählt wurden?

Monar: Ich weiß es nicht genau, ich habe nicht mit den Redakteuren gesprochen. Aber in "Nie zu Ende" gibt es zum Beispiel die Worte "inhalier' diese goldene Luft". Es ist insgesamt ein sehr positiver Song, den man immer singen kann, wenn es einem besonders gut geht - oder wenn die Deutschen eine Goldmedaille gewonnen haben.

readitnow.info: Interessieren Sie sich für Olympia?

Monar: Ja, klar. Ich bin ein großer Sportfan. Bei den Wintersportarten finde ich besonders Skispringen und Biathlon beeindruckend, aber auch Skiabfahrt und Slalom. Selbst bin ich aber nicht der größte Skifahrer - da habe ich auch ein bisschen Angst, dass ich mich verletze.

readitnow.info: Wie sind Sie mit Musik in Berührung gekommen?

Monar: Meine Familie hat mich da sehr geprägt. Die Eltern meiner Mutter waren sehr musikalisch. Ich und meine Brüder durften uns jeder ein Instrument aussuchen. Ich habe mit Percussion angefangen, mein großer Bruder hat Gitarre geübt, der nächste Klarinette und der jüngste Kontrabass und Bass. So konnten wir gut miteinander spielen. Inzwischen spiele ich auch Klavier und Gitarre.

readitnow.info: Was war bisher Ihr größter musikalischer Erfolg?

Monar: Als mein Album in die Charts gekommen ist, das war ein großer Traum. Und als meine Songs in die Top 100 ins Radio gekommen sind, das erste Mal mit "Playlist". Es ist toll, wenn man viele Menschen erreichen kann. Aber eigentlich waren alle Dinge wichtig, die passiert sind. Auch die kleinen.

readitnow.info: Inzwischen leben Sie in Berlin-Neukölln. Kommen Sie noch manchmal in Ihre alte Heimat?

Monar: Meine Familie wohnt noch in der Nähe, deswegen bin ich immer wieder in der Heimat. Der Sprung von Wetzlar nach Berlin ist ein ziemlich großer. Manchmal ist es gut, wenn man seine Ruhe hat. In Wetzlar gehe ich gerne mit einem Kumpel im Wald spazieren, um etwas Abstand zu kriegen.

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Songtext "Nie zu Ende"

Die Zeit rennt
Doch wir bleiben noch in diesem Augenblick
Sucht nicht weiter, wir sind angekommen
Und gehen nicht mehr zurück
Wir feiern das Leben
Das uns zu Füßen liegt
Und riskieren keinen Schlaf
Bis die Sonne die Nacht besiegt

Komm lass das nie zu Ende gehen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen
Lass uns das Glück in die Arme nehmen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen, tanzen sehen, tanzen sehen

Inhalier' diese goldene Luft
Besser wird es nicht
Kein Plan, wohin die Reise geht
Hauptsache du und ich
Erinner' mich nie mehr
An eine andere Zeit
Weil ich will, dass das hier
Für immer unvergesslich bleibt

Komm lass das nie zu Ende gehen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen
Lass uns das Glück in die Arme nehmen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen, tanzen sehen, tanzen sehen

Und ich will nichts davon vergessen
Alles speichern, wie es ist
Wie du neben mir stehst
Und Zeit viel zu schnell vergeht

Komm lass das nie zu Ende gehen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen
Lass uns das Glück in die Arme nehmen
Ich will die ganze Welt tanzen sehen

(Jonas Monar)

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Das Gespräch führte Anikke Fischer.