Die Matthäuskirche zwischen Bankenhochhäusern in Frankfurt
Die Matthäuskirche zwischen Bankenhochhäusern in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Ihr Turm ragt zwischen den Hochhäusern im Frankfurter Bankenviertel hervor: Nun hat die Evangelische Kirche nach 20 Jahren Streit entschieden, was aus der Kirche werden soll.

"Der Turm der Matthäuskirche mit dem goldenen Kreuz in der Hochhauslandschaft von Frankfurt ist zu einem Symbol für Kirche in der modernen Gesellschaft geworden", sagte Stadtdekan Achim Knecht in einer Versammlung der Gemeinde am Donnerstagabend. Darum steht nun fest: Der Turm soll als weithin sichtbares Zeichen stehen bleiben, die Kirche wird neu gebaut.

Abgerissen werden sollen das Kirchenschiff sowie die nicht mehr genutzten Gebäude, das Pfarr- und Gemeindehaus sowie die Kindertagesstätte, wie Knecht sagte. Die evangelische Kirche will den größten Teil des Areals der Matthäuskirche verkaufen und mit dem Erlös das neue Kirchgebäude bauen und unterhalten. Bisher umfasst das Areal 3.100 Quadratmeter, für die neue Kirche sind 450 Quadratmeter vorgesehen. Mit dem Neubau sei frühestens in drei Jahren zu rechnen.

Langer Streit

Dem Beschluss geht ein fast 20-jähriger Streit um den Standort voraus. Der Evangelische Regionalverband Frankfurt hatte bereits 1999 entschieden, das Gelände an der Friedrich-Ebert-Anlage zu verkaufen. Die Hoffnungsgemeinde protestierte gegen das Vorhaben und klagte beim Kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgericht. Das Gericht wies die Klage 2003 ab, schob eine Entscheidung in der Sache jedoch auf.

Nach der Vorlage eines neuen Hochhausrahmenplans hatte die Hoffnungsgemeinde 2007 ihren Widerstand gegen einen Verkauf des Areals aufgegeben. Die Regionalversammlung stimmte daraufhin mehrheitlich für einen Verkauf des Geländes. Ein Käufer ist seither nicht genannt worden.