Eltern und Schüler haben für den Erhalt der Waldecker Grundschule gekämpft.
Eltern und Schüler haben für den Erhalt der Waldecker Grundschule gekämpft. Bild © Initiative Pro Grundschule Waldeck

Ein Gericht hat den Eilantrag eines Kindes und seiner Eltern gegen die Schließung der Grundschule in Waldeck abgelehnt. Das ist jedoch noch nicht das endgültige Aus für die Zwergschule.

Die Grundschule in der nordhessischen Kleinstadt Waldeck wird zum Schulstart am kommenden Montag ihre Pforten definitiv nicht öffnen. Das Verwaltungsgericht Kassel hat den Eilantrag einer Schülerin und ihrer Eltern gegen die Schließung abgelehnt.

Die Richter hätten einem möglichen Hauptverfahren nicht vorgreifen wollen, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Das wäre nur bei schweren und unzumutbaren Nachteilen für die Grundschülerin möglich gewesen. Doch da das Kind eine Schule im Nachbarort besuchen und somit beschult werden kann, sei das nicht der Fall.

Eltern können Beschwerde einreichen

Die Ablehnung des Antrags stößt bei der Elterninitiative "Pro Grundschule Waldeck" auf Unverständnis. "Das Gericht ist nicht auf unsere Belange eingegangen", sagte Sprecher Richard Franz von gegenüber readitnow.info. Die Initiative prüfe nun, ob sie zusammen mit den Eltern der Schülerin Beschwerde einreichen wollen. Dazu haben sie zwei Wochen Zeit. Ein Hauptverfahren wurde laut Gerichtssprecher bislang noch nicht eingeleitet.

Eltern und Kind wollten den Landkreis Waldeck-Frankenberg zwingen, den Schulstandort in der Kleinstadt zu erhalten und die Schülerin dort zu unterrichten. Sie beriefen sich auf formale Fehler. Der Kreisausschuss hatte entschieden, die Grundschule mangels Schülern zu schließen. Die Eltern sahen jedoch den Kreistag, das Parlament des Kreises, als zuständig an.

Für die Entscheidung der Verwaltungsrichter spielte das keine Rolle. Mit einem Erfolg des Eilantrags hätten Kind und Eltern ihr Ziel ohne abgeschlossenes Hauptverfahren erreicht.

Kinder sollen zehn Kilometer fahren

Denn bis zu einer endgültigen Entscheidung im Klageverfahren hätte die Schülerin eine oder mehrere Jahrgangsstufen am alten Schulstandort durchlaufen, sagte der Gerichtssprecher. Zudem sei der Landkreis der falsche Antragsgegner. Für den Unterricht sei das Land Hessen zuständig.

Die Kinder sollen nach dem Konzept des Schulträgers künftig auf die Grundschule im rund zehn Kilometer entfernten Sachsenhausen gehen. Das ist die Hauptstelle der Schule.

Sendung: hr-iNFO, 11.08.2017, 17 Uhr

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