Kind mit Smartphone
Kind mit Smartphone - nach Auffassung des OLG Frankfurt nicht grundsätzlich problematisch Bild © picture-alliance/dpa

Handy-Regeln vom Familiengericht? Die Mutter einer Achtjährigen ist gegen eine entsprechende Auflage vorgegangen - erfolgreich. Doch ganz ohne Regeln geht es auch laut Oberlandesgericht Frankfurt nicht.

Darf das Gericht bestimmen, wie viel Internet und Smartphone für ein Kind gut ist? Wie immer bei rechtlichen Fragen lautet die Antwort: Es kommt darauf an.

Im konkreten Fall legte das Familiengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht in einem Streit zweier Eltern darüber, wo die gemeinsame Tochter nach der Trennung leben soll, quasi nebenbei Handy-Regeln für die Achtjährige fest. Diese Auflage hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in einem am Montag veröffentlichten und nicht anfechtbaren Beschluss kassiert (Az: 2 UF 41/18).

Bis zwölf sollte das Kind kein Smartphone haben

Das Familiengericht hatte der Mutter das Recht zur Aufenthaltsbestimmung ihrer Tochter zugesprochen. Das verband es jedoch mit Auflagen zum Umgang mit Handy und Internet: Die Mutter müsse "feste Regeln, insbesondere verbindliche Zeiten und Inhalte hinsichtlich der Nutzung von im Haushalt verfügbaren Medien (insbesondere TV, Computer, Spielkonsole, Tablet) für das Kind finden".

Darüber hinaus sollte die Mutter ihrer Tochter kein eigenes und frei zugängliches Smartphone mehr zur Verfügung stellen. Die Auflage wurde bis zum zwölften Geburtstag des Kindes befristet. Die Frau ging juristisch gegen diese Bestimmungen des Familiengerichts vor.

Familien sollen Umgang mit Medien selbst regeln

Das OLG befand nun, die Handy-Regel sei ein Eingriff in die Grundrechte der Mutter. Für derartige Vorgaben von staatlicher Seite gebe es hohe Hürden. Sie seien nur gerechtfertigt, wenn "das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet wird“. Und dabei müsste "ziemlich sicher sein", dass das Kind tatsächlich einen Schaden erleide.

Dass die Achtjährige ein Smartphone besaß und zu Hause bei ihrer Mutter freien Zugang zum Internet hatte, sah das OLG nicht als eine solche Gefahr an.

Gleichzeitig betonten die Richter, dass Kinder nur "zeitlich begrenzt und inhaltlich kontrolliert" Medien nutzen sollten. Denn es gebe durchaus "verstörende oder schädigende Inhalte" im Netz. Wenn Kinder digitale Medien nutzten, müsse das pädagogisch begleitet werden. Wie das genau aussehen soll, bleibe zunächst den Familien überlassen.

Sendung: hr-fernsehen, hallo hessen, 09.07.2018, 16 Uhr

Ihre Kommentare Was darf Ihr Kind mit dem Handy?

13 Kommentare

  • Liebe Evelin, so ist es, aber Lesen und Verstehen sind oft zwei Paar Stiefel...

  • ich habe keine kinder.

    die spielen mir einfach zuviel mit dem handy herum.

  • Wofür braucht ein 8-jähriges Kind ein Smartphone?? In meinen Augen ist das totaler Blödsinn. Wenn es in der Schule einen Notfall gibt, kann man übers Sekretariat die Eltern erreichen. Ansonsten reicht ein Billighändi mit Prepaid-Karte für den Notfall. Es genügt völlig, wenn Kinder mit 13 oder 14 ein Smartphone bekommen. Erst mal müssen sie Medienkompetenz erwerben.

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