Möglicher Standort für Eventhalle in Bad Camberg-Würges
Von der Werkshalle zur Eventhalle? Vielleicht werden hier bald Hochzeiten gefeiert. Bild © Lisa Will/hr

Es gibt Ärger um eine geplante Eventhalle für 400 Gäste im Bad Camberger Stadtteil Würges. Bürger haben Sorge, dass der zu erwartende Autoverkehr bei Großveranstaltungen den kleinen Ort erdrückt.

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Standort für mögliche Eventhalle in Würges

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bürger protestieren gegen geplante Eventhalle

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Im Moment ist es nur eine alte Werkshalle, die am Rande vom Bad Camberger Stadtteil Würges (Limburg-Weilburg) in einem Mischgebiet steht - zwischen einem Discounter, Schrebergärten, dem Gemeindezentrum und dem Pfarrzentrum. In Zukunft aber sollen hier Feste gefeiert werden mit etwa 400 Gästen, vornehmlich türkische Hochzeiten. Das ist der Plan eines türkischen Investors aus der Region, der eine Baugenehmigung dafür beantragt hat.

Gegen diese Pläne regt sich nun aber Widerstand. "Wenn diese Halle so kommt, wird die Infrastruktur im Ortskern zerstört und es werden Dinge eintreten, die das Wohnen hier fast unmöglich machen", sagt der Würgeser Anwohner Peter Reuter. Was er meint: Lärmbelästigung bis in die Nacht und Autos auf Parkplatzsuche im 2.500-Seelen-Ort. Er ist nicht allein mit dieser Angst.

Sorge wegen Parkplatzmangel

Die Würgeser machen sich Sorgen um ihr Gemeindezentrum, sozusagen das Bürgerhaus des Orts, das direkt neben dem gewünschten Ort für die Eventhalle steht. Sie befürchten, dass es nicht mehr von den Vereinen genutzt werden kann, wenn gleichzeitig eine Veranstaltung in der Eventhalle läuft. Schon jetzt gebe es nicht genügend Parkplätze, wenn im Gemeindezentrum ein Fest gefeiert wird.

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Wenn nebenan eine Großhochzeit stattfinde, ende das im Auto-Chaos, sagt Ortsvorsteher Klaus Wagner: "Diese Größenordnung von 400 Gästen können wir mit unserer Infrastruktur hier einfach nicht leisten. Und sollte mal etwas passieren, so dass Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen gerufen werden müssen, ist hier kein Durchkommen."

Wagner betont, dass es ihm und den anderen Bürgern nicht um die Nationalität des türkischen Investors und seiner Familie gehe. Er wäre genauso gegen das Projekt, wenn es von Deutschen, Österreichern oder Italienern angestoßen worden sei.

Investoren halten Sorgen für unbegründet

Während eines Ortstermins für ein Bürgergespräch vor dem gewünschten Standort für die neue Halle hält ein Radfahrer an. Er komme auch aus Würges, sagt er, und wolle nur eben loswerden, dass nicht alle Bürger gegen die Halle seien. Seinen Namen möchte er nicht nennen, auch kein Interview geben, nur "ein Gegengewicht setzen", wie er sagt. Später kommt es noch zu einem kleinen Wortgefecht mit einer Bürgerin, die gegen die Halle ist.

Ein Sprecher des Investors, der die Eventhalle plant und betreiben will, möchte aus Angst vor Anfeindungen, wie er sagt, kein Interview vor Mikrofon oder Kamera geben. Im persönlichen Gespräch mit dem hr erklärt er aber, dass er die Sorgen der Würgeser für unbegründet hält.

Es würden 80 Parkplätze an der Halle geschaffen werden - so viele, wie das Kreisbauamt für eine Baugenehmigung fordert. Eine Klimaanlage in der Halle soll dafür sorgen, dass die Fenster geschlossen bleiben können. Ein Schallschutzkonzept soll Lärm verhindern. "Wir wollen keinen Ärger mit der Nachbarschaft", sagt der Sprecher, "aber wir werden an den Plänen festhalten." Zum einen, weil die Stadt Bad Camberg zu Beginn der Planungen vor zwei Jahren positive Signale gesendet habe. Zum anderen, weil schon ein sechsstelliger Betrag in den Planungen stecke.

Wann die Eventhalle eröffnen kann, ist noch nicht klar. Der Antrag liegt beim Bauamt des Landkreises Limburg-Weilburg.

Zweite Halle in Planung

Für Ortsvorsteher Klaus Wagner ist klar, dass die 80 Parkplätze nicht ausreichen werden. Und beim Kommen und Gehen zu einer Veranstaltung entstehe bei solchen Größenordnungen unausweichlich Lärm, sagt er.

Dass ein anderer Investor im Bad Camberger Gewerbegebiet - also weit weg von Wohnhäusern und nah an der A3 - ebenfalls eine Eventhalle für Großveranstaltungen plant, hält den türkischen Unternehmer nicht ab von seinen Plänen. Die Nachfrage für solche Hallen sei groß, heißt es im Rathaus der Stadt. Und ebenso, dass man die Genehmigung für den Bauantrag in Würges, so es sie geben werde, genau juristische prüfen wolle.