Der Bischofsbau auf dem Domberg, im Hintergrund der Dom
Immer wieder eine Negativ-Schlagzeile wert: die Bischofsresidenz vor dem Dom von Limburg Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Mit der Umwandlung der luxuriösen Bischofswohnung in ein Museum wollte das Bistum Limburg einen Schlussstrich unter den Skandal um Tebartz-van Elst ziehen. Doch bei der Planung ging die Bauabteilung schon wieder in die Vollen - mit teuren Folgen.

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Insgesamt mindestens 31 Millionen Euro hatte sich der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst die Bischofsresidenz auf dem Domberg kosten lassen. Allein seine 285-Quadratmeter-Dienstwohnung mit der legendären Badewanne schlug mit rund sechs Millionen Euro zu Buche.

Es war vor allem dieser Skandal, der Tebartz-van Elst 2014 sein Amt kostete und das Bistum Limburg in eine jahrelange, schwere Krise stürzte. Die Lehren aus der Affäre haben offenbar noch nicht alle Mitarbeiter der bischöflichen Bauverwaltung gezogen.

Einblicke in die umstrittene Bischofsresidenz Limburg
Hätte einen Platz im neuen Museum verdient: die berühmteste Badewanne der Kirchengeschichte. Bild © picture-alliance/dpa

Am Mittwoch teilte ein Sprecher von Tebartz-Nachfolger Bischof Georg Bätzing mit: Der zuständige Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat habe sich über Absichten der Bistumsleitung hinweggesetzt, das Erdgeschoss der Wohnung "mit möglichst geringem Aufwand" zu einem Teil des benachbarten Diözesanmuseum zu machen. Insgesamt 400.000 Euro hatte der Mitarbeiter demnach für den Umbau vorgesehen.

Schaden mindestens 100.000 Euro

Nachdem sie Anfang März von den überdimensionierten Plänen erfuhr, hat die Bistumsleitung zwar alles gestoppt, wie der Bätzing-Sprecher mitteilte. Mindestens 100.000 Euro wird die Kirche bei der Aktion am Ende aber wohl trotzdem verlieren. Das Bistum nennt keine genaue Summe, rechnet aber nach eigenen Angaben mit Ansprüchen von Planern und Handwerkern aus bereits erbrachten Leistungen "im niedrigen sechsstelligen Bereich".

Intern habe die Aufklärung des Falls begonnen. Erste Ergebnisse liegen demnach vor. Es seien "schwerwiegende Regelverstöße" festgestellt worden. "Auch deshalb sind arbeitsrechtliche Schritte gegen den Mitarbeiter eingeleitet worden", heißt es in der Mitteilung. Welche Schritte, das wollte der Bistumssprecher auf Nachfrage nicht sagen. Seiner Darstellung zufolge hätten die Verantwortlichen mit Kosten für das Herrichten zum Museum gerechnet, die nicht über 100.000 Euro liegen sollten. Über die Motive des beschuldigten Mitarbeiters, im Alleingang das Vierfache ausgeben zu wollen, machte das Bistum keine Angaben.

Franz-Peter Tebartz-van-Elst
Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Bild © kna

Die gestoppte 400.000-Euro-Planung sei auch deshalb nicht früher aufgefallen, weil die Baustelle von außen nicht sichtbar war. Erst seit kurzem stehe an einer Außenwand ein Gerüst. Unter anderem habe der verantwortliche Mitarbeiter gegen "das strenge Vier-Augen-Prinzip" bei der Freigabe der Planung verstoßen worden. Auch die Beratung und Freigabe in den Gremien der diözesanen Vermögensverwaltung sei nicht erfolgt.

Bätzing wollte nicht einziehen

Das Bischofshaus auf dem Domberg in Limburg ist der offizielle Amtssitz von Bischof Bätzing. Er hatte nach seiner Bischofsweihe im September 2016 aber nicht in die leerstehende Wohnung seines Vorgängers einziehen wollen. Eine der zwei Ebenen soll Teil des unterhalb der Residenz gelegenen Diözesanmuseums werden und dauerhaft eine Ausstellung über die Geschichte des Bistums beherbergen. Im Frühjahr war die Eröffnung geplant - daraus wird wegen des Baustopps vermutlich nichts.

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Die neue Bauaffäre trifft das Bistum in einer Zeit, in der es notgedrungen in einem weiteren großen Immobilienprojekt steckt. Gebäude in der Limburger Innenstadt sind unter anderem wegen Asbestbelastung sanierungsbedürfig. Die Kosten gehen in die Millionen, die Kirche braucht zumindest vorübergehend andere Büroräume für rund 100 Mitarbeiter.

Kirche im Glasturm

Es gibt konkrete Überlegungen, mit den betroffenen Abteilungen dauerhaft umzuziehen. Das Bistum prüft, zusammen mit der Stadt Limburg zwei Bürotürme und ein Kongresszentrum auf einem Areal vor den Toren der Stadt zu kaufen. Als Kaufpreis sind insgesamt gut zehn Millionen Euro im Gespräch.

Das Gelände gehörte dem Arzneimittelhersteller Mundipharma, der den Standort Limburg aufgegeben hat. Der neue Eigentümer, ebenfalls ein Pharmaunternehmen, braucht den größten Teil der Verwaltungsgebäude nicht.



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