Kopftuch Lehrerin Schule
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Die AWO Hessen-Süd hat eine Bewerberin abgelehnt, weil sie während ihrer Arbeit ein Kopftuch tragen wollte. Die Sozialarbeiterin zog vor Gericht.

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Ob Kopftuch oder Kruzifix - bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen-Süd ist das Tragen religiöser Symbole grundsätzlich verboten. Aus diesem Grund lehnte die AWO eine Sozialarbeiterin ab, die bei der Arbeit in einer Schule in Frankfurt ein Kopftuch tragen wollte.

Bei einem Gütetermin vor dem Frankfurter Arbeitsgericht am Freitag begründete der Anwalt der AWO, die Unternehmensrichtlinie mit der besonderen Beeinflussbarkeit von Kindern. Eine Diskriminierung von Menschen bestimmter Religionen sei mit ihr nicht verbunden.

Sozialarbeiterin zieht vor Gericht

Die 26 Jahre alte Muslima hatte sich jedoch wegen ihrer Religionszugehörigkeit benachteiligt gefühlt und den Bezirksverband verklagt. Dieser hatte der Sozialpädagogin für die Nachmittagsbetreuung in der Schule zunächst eine Zusage erteilt, ihr dann aber abgesagt.

Vor Gericht einigten sich die beiden Parteien darauf, dass die Sozialarbeiterin 500 Euro Entschädigung bekommt. Nach Angaben der AWO ist die Entschädigung aber keine Anerkennung einer religiös begründeten Benachteiligung. Eingestellt wird die Frau weiterhin nicht.

Bei einem Gütetermin entscheidet das Gericht nicht. Die beteiligten Parteien verhandeln miteinander und versuchen, sich gütlich zu einigen.

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