Tausende Besucher bei CSD
Tausende gingen am Samstag beim CSD für Toleranz und Vielfalt auf die Straße. Bild © picture-alliance/dpa

Toleranz, Liebe, Vielfalt: Unter dem Motto "Meine Identität ist nicht verhandelbar" sind rund 20.000 Menschen am Christopher Street Day in Frankfurt auf die Straße gegangen. Die bunte Parade durch die Innenstadt war der Höhepunkt des dreitägigen Festes.

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Die Frankfurter Innenstadt war am Samstag voller Regenbogenfahnen: Tausende Menschen kamen zur traditionelle Parade des Christoper Street Days (CSD). Der Demonstrationszug startete auf dem Römerberg, anschließend zogen bunt gekleidete Teilnehmer durch die Innenstadt - Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Die Polizei sprach von etwa 4.000 Zug-Teilnehmern und etwa 16.000 Zuschauern. "Die Parade ist absolut friedlich verlaufen", sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag.

Politische Botschaft gegen rechts

Zu sehen waren auf den Straßen Frankfurts zahlreiche Regenbogenfahnen und auch Transparente, auf denen zu Toleranz und Gleichberechtigung aufgerufen wurde. Unter anderem ging es dabei um die Rechte von transsexuellen Menschen, die aus Sicht der Teilnehmer weiterhin ausgebaut werden müssten. "Liebe gegen Rechts", war auf einem Motivwagen zu lesen. CSD-Pressesprecher Joachim Letschert zog nach der Parade eine positive Resonanz, gleichzeitig warnte er auch vor Selbstzufriedenheit.

So sei es zwar ein gutes Zeichen, dass Minderheiten heutzutage mehr Freiheiten genießen. "Darüber freuen wir uns. Aber gleichzeitig können wir nicht davon ausgehen, dass es immer so bleibt", sagte Letschert. So könne sich der Wind je nach politischer oder wirtschaftlicher Lage schnell auch wieder drehen.

Mit dem Motto "Meine Identität ist nicht verhandelbar" wollen die Veranstalter eine Antwort auf "die Attacken des rechts-konservativen Lagers" geben, "das nach wie vor bestimmen möchte, was 'normal' ist und was nicht", hieß es von den Veranstaltern im Vorfeld des CSD.

Poetry Slam, Stöckelschuh-Wettbewerb und Ampelpärchen

Der CSD hatte am Freitag mit einem Straßenfest auf der Konstablerwache begonnen. Im Begleitprogramm sind unter anderem eine Tombola für die Aidshilfe, ein Poetry Slam, ein Stöckelschuh-Wettbewerb und zum Motto passende Stadtführungen geplant.

An der Konstablerwache waren bereits am Freitag pünktlich zum CSD worden. Statt diese nach dem Event aber wieder auszutauschen, werden die Homo-Ampelpärchen nun zur Dauereinrichtung an der Konstablerwache. Sie sollen für Toleranz und Vielfalt stehen. Eine Ausweitung auf andere Ampelkreuzungen in Frankfurt sei aber nicht vorgesehen, sagte Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD).

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Christopher Street Day

Der Christopher Street Day, der seit Jahrzehnten in vielen Ländern gefeiert wird, erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York: Nach einer Polizeirazzia in einer Bar kam es zum Aufstand von Schwulen und Lesben mit Straßenschlachten in der Christopher Street. Auch in Chemnitz, Leipzig, Rostock, Mönchengladbach und Trier wurde am Samstag der CSD gefeiert.

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