Bajazz Jens tanzt beim Herbsteiner Springerzug
Hoch das Bein! Der Bajazz (l.) beim Herbsteiner Springerzug in Aktion. Bild © picture-alliance/dpa

Tausende Menschen haben in Hessen die traditionellen Rosenmontagsumzüge gefeiert. Einer der ungewöhnlichsten Fastnachtszüge fand traditionell in Herbstein statt. In Fulda stand der Umzug nach Rassismus-Vorwürfen unter Polizeischutz.

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"Die Stimmung ist sehr gut, das Wetter hält, die Straßen sind voll", sagte Manuel Hensler, der Vorsitzende der Fastnachtsvereinigung Herbstein (Vogelsberg). Nach Schätzung der Polizei verfolgten zwischen 1.500 und 2.500 Menschen den traditionellen Springerzug durch die Vogelsberg-Stadt.

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Das Besondere: Der rot gekleidete "Bajazz" führt den Umzug an. Dabei läuft, springt und tanzt er in bestimmter Schrittfolge etwa vier Stunden durch den kleinen Ort. Die Rolle des tanzenden Karnevalsprinzen wird jedes Jahr versteigert. In diesem Jahr hatte der 31 Jahre alte Jens Staubach für 3.000 Euro den Zuschlag erhalten.

Polizeischutz in Fulda

In Fulda begann bei mildem Wetter um 13.33 Uhr Hessens größter Rosenmontagsumzug. Einer der Vereine bekam in diesem Jahr Polizeischutz. Die Narren vom Karnevalverein Südend Fulda sahen sich im Vorfeld Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Die Polizei hatte Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung. Doch der Umzug verlief ohne größere Vorfälle. 70.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel.

70.000 Besucherinnen und Besucher in . Wetter spielt auch mit.

Schon vor dem Start des Umzugs bekam der Fuldaer Verein Solidarität und Zustimmung. Manche Narren rieben sich das Gesicht mit schwarzer Farbe ein, einer trug ein Schild mit der Aufschrift "Ein Herz für Neger". Der Verein hatte nach der Kritik auf seine Figur des "Südend-Negers" verzichtet, bei dem eines seiner Mitglieder schwarz geschminkt mit Knochenkette, Leopardenfell und Perücke kostümiert ist.

Der Mann lief diesmal ohne Schminke und Knochenkette beim Umzug mit. Der Verein stand auch wegen seiner Kolonialuniformen in der Kritik. Auf diese Verkleidung verzichteten die Narren ebenfalls.

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Die Polizei meldete eine durch einen Motivwagen beschädigte Straßenlaterne sowie Ausfallerscheinungen bei alkoholisierten Besuchern. Bis zum frühen Abend hätten die Rettungsdienst knapp zwei Dutzend Mal ausrücken müssen.

"Friedens-Panzer" rollt durch Marburg

In Marburg ging die abgespeckte Version des im Vorfeld umstrittenen Panzer-Motivwagens an den Start. Die Umzugsveranstalter, der Festausschuss Marburger Karneval, hatten das Motiv vorab kritisiert und auf "Abrüstung" gedrängt. Die Macher des Wagens hatten allerdings bestritten, mit dem Panzer den Krieg beschönigen zu wollen. Im Gegenteil habe man nach dem Vorbild der "68er" ein Zeichen für Frieden setzen wollen.

Rund 20.000 Menschen feierten nach Angaben der Stadt den Umzug durch die Innenstadt, an dem sich 38 Zugnummern und 17 Fahrzeuge beteiligten.

Rosenmontagsumzug Marburg
Bild © Anna Spieß

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